Thüringens Pilotprojekt kämpft gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen
Carolina SchleichThüringens Pilotprojekt kämpft gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen
Dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen geht gegen digitale sexualisierte Gewalt an Jugendlichen vor
Ein dreijähriges Modellprojekt in Thüringen hat sich mit digitaler sexualisierter Gewalt unter Kindern und Jugendlichen auseinandergesetzt. Unter der Leitung der Expertin Yasmina Ramdani erreichte die Initiative rund 5.000 Schülerinnen und Schüler der fünften bis achten Klassen. Ziel des Programms war es, das Bewusstsein für das Thema zu schärfen und präventive Strategien zu vermitteln – in einem Bereich, in dem viele Kinder und Jugendliche besonders verletzlich sind.
Das Projekt, finanziert vom Büro der Landesbeauftragten für den Kinderschutz in Thüringen, war das erste seiner Art in Deutschland. Ramdani setzte auf interaktive Methoden wie etwa Bingokarten, um den Schülerinnen und Schülern zu helfen, digitale Erlebnisse in alltagsnahe Diskussionen zu übertragen. In den Workshops wurden Themen wie Cybergrooming behandelt, bei dem Täter Online-Chats nutzen, um Kinder auf Weise zu kontaktieren, die offline unmöglich wären.
Laut einer Sonderauswertung der Jugendsexualitätsstudie des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit hat fast die Hälfte der Jugendlichen in Deutschland bereits digitale sexualisierte Gewalt erlebt. Viele Vorfälle geschehen in Freundeskreisen oder Klassenchats, oft aufgrund von Naivität und mangelnder Medienkompetenz. Lehrkräfte berichten häufig, sich überfordert zu fühlten, wenn es um solche Fälle geht – ein Zeichen für den dringenden Bedarf an besseren Unterstützungsstrukturen.
Ramdani betont, dass die Sicherheit von Kindern im Netz maßgeblich von der Begleitung durch ihr Umfeld abhängt. Eltern müssten ihr eigenes Verhalten reflektieren und offen mit ihren Kindern über Grenzen sprechen. Prävention, so ihre Argumentation, sei auf lange Sicht weit kostengünstiger als die Bewältigung der Folgen digitaler sexualisierter Gewalt.
Das Pilotprojekt in Thüringen hat Maßstäbe für den Umgang mit digitaler sexualisierter Gewalt an Schulen gesetzt. Durch die Stärkung von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften sowie Eltern mit Wissen und Ressourcen soll es die Risiken in einer zunehmend digitalisierten Welt verringern. Die langfristigen Auswirkungen solcher Präventionsbemühungen könnten bundesweit beeinflussen, wie Schulen das Thema Online-Sicherheit angehen.






