UniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – doch Widerstand wächst
Malte KrauseUniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – doch Widerstand wächst
UniCredits 35-Milliarden-Euro-Angebot für die Commerzbank sorgt für Aufsehen auf den deutschen Märkten
Das am Montag bekannt gewordene Übernahmeangebot der UniCredit in Höhe von 35 Milliarden Euro für die Commerzbank hat die deutschen Märkte erschüttert. Der vorgeschlagene Deal – 0,485 UniCredit-Aktien pro Commerzbank-Aktie – trieb den Kurs der letzteren um fast 10 % in die Höhe. Doch bereits jetzt mehren sich Zweifel an einem Erfolg, da sowohl die Regierung als auch die Gewerkschaften Widerstand ankündigen.
Der Übernahmeversuch begann im September 2024, als die UniCredit heimlich ihren Anteil an der Commerzbank aufstockte. Seither haben Bundeskanzler Friedrich Merz und die von der CDU geführte Regierung wiederholt betont, sie stünden hinter einer "starken und unabhängigen Commerzbank". Berlin hält rund 12 % der Bankanteile und hat einen Verkauf ausgeschlossen.
Marktanalysten werten das Angebot von UniCredit-Chef Andrea Orcel als taktischen Schachzug, um Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp an den Verhandlungstisch zu zwingen. Das Angebot bewertet jede Commerzbank-Aktie mit 30,80 Euro, doch der Widerstand bleibt massiv. Sowohl die Gewerkschaft Verdi als auch der Betriebsrat der Commerzbank lehnen den Deal ab und unterstützen damit die Haltung der Regierung.
Unterdessen kämpft der DAX und notiert 4,5 % unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Rückläufige Ölpreise belasten zyklische Werte und Reiseunternehmen – Lufthansa und TUI mussten Federn lassen. Dagegen legte Bayer nach positiven Studienergebnissen zu, und Siemens Energy verzeichnete Gewinne. Anleger warten nun auf das formelle Angebot der UniCredit, das im Mai erwartet wird. Die kurzfristige Entwicklung des DAX hängt maßgeblich von der Resonanz auf den Übernahmeversuch ab.
Das Angebot hat den Commerzbank-Aktienkurs zwar beflügelt, stößt aber auf starken politischen und gewerkschaftlichen Widerstand. Ein offizielles Angebot soll im kommenden Monat folgen, während Händler beobachten, ob der DAX die Marke von 22.900 Punkten halten kann. Die Entscheidung wird von der unnachgiebigen Haltung der Regierung und den Markt Reaktionen in den nächsten Wochen abhängen.






