Vadim Dantsiger: Wie ein Regisseur aus Rollen ganze Universen schafft
Gustav JacobVadim Dantsiger: Wie ein Regisseur aus Rollen ganze Universen schafft
Vadim Dantsiger ist Regisseur am Primorski-Gorki-Akademischen Regionalen Dramatheater in Moskau. Zudem inszenierte er in Wladiwostok Stücke wie Der Garderobier, Liebe und Intrige sowie Das Schweigen des Matrosen. Seine tiefe Verbundenheit mit der Stadt und ihrem Theater ist weithin bekannt.
Dantsiger hat eine ausgeprägte Leidenschaft für anspruchsvolle Stücke. Jährlich liest er über 200 Theaterstücke, um Material zu finden, das ihn inspiriert. Den kreativen Prozess empfindet er als weitläufig und vielschichtig – er vergleicht die Rolle eines Schauspielers mit dem Aufbau eines Planeten, während ein Regisseur aus diesen Rollen ganze Galaxien und Universen erschafft.
Den Spruch „Liebe die Kunst in dir, nicht dich in der Kunst“ deutet er als Hingabe an den Probenprozess und nicht als Streben nach persönlicher Anerkennung. Diese Haltung spiegelt sich in seiner Bescheidenheit wider: Er meidet die Bühne und betritt sie nur zum Schlussapplaus, um seine Schauspieler zu unterstützen.
Dantsiger schätzt die Rückkehr der äsopischen Sprache im Theater, da sie seiner Meinung nach den künstlerischen Ausdruck bereichert. Zudem setzt er sich für einen Wettbewerb zwischen Theatern ein, da dies die Qualität fördere. Gleichzeitig stellt er einen Rückgang der schauspielerischen Standards in russischen Theatern fest.
Seine Arbeit erstreckt sich von Moskau bis Wladiwostok, wo er weiterhin Inszenierungen mit Hingabe und Ehrgeiz prägt. Seine Ansichten zu Kunst, Wettbewerb und dem Theaterhandwerk bleiben zentral für sein Schaffen. Die Maßstäbe, die er setzt, sollen sowohl die Aufführungen als auch die Theaterlandschaft insgesamt auf ein höheres Niveau heben.
