Volkswagen-Betriebsrätin Cavallo blockiert Sparpläne und fordert Rüstungsproduktion in Osnabrück
Liesbeth KuhlVolkswagen-Betriebsrätin Cavallo blockiert Sparpläne und fordert Rüstungsproduktion in Osnabrück
Daniela Cavallo, Vorsitzende des Betriebsrats von Volkswagen, lehnt neue Sparmaßnahmen, die Mitarbeiter belasten könnten, entschieden ab. Auch Pläne zur Schließung von Werken, darunter der Standort Osnabrück, wies sie zurück. Ihre Haltung kommt zu einer Zeit, in der die Automobilbranche unter dem wachsenden Druck durch Handelskonflikte und geopolitische Spannungen steht.
Volkswagen hat bereits ein Kostensenkungsprogramm für 2024 beschlossen, das bis 2030 den Abbau von 35.000 Stellen in Deutschland vorsieht. Das Unternehmen betont jedoch, dass im Rahmen dieses Plans keine Werksschließungen oder betriebsbedingte Kündigungen vorgesehen seien. Dennoch stehen Produktionsveränderungen bevor: Ab 2025 werden in Osnabrück keine Porsche-Modelle mehr vom Band rollen, und die Fertigung des VW T-Roc Cabrio soll bis Mitte 2027 eingestellt werden.
Cavallo erkennt die schwierige Lage der Branche an, weigert sich aber, weitere Einschnitte auf Kosten der Belegschaft hinzunehmen. Stattdessen schlägt sie eine Alternative vor: die Umwidmung des Osnabrücker Werks für die Rüstungsproduktion. Der Defense-Konzern Rheinmetall könnte Volkswagen bei diesem Wandel als Partner zur Seite stehen. Zwar unterstützt Cavallo die Idee, doch das Unternehmen erklärte, dass es bisher keine konkreten Pläne für eine Rüstungsfertigung gebe.
Über Volkswagen hinaus fordert Cavallo eine größere Unabhängigkeit Deutschlands und Europas in der Verteidigungspolitik. Sie argumentiert, dass eine geringere Abhängigkeit von externen Lieferanten die Sicherheit in Zeiten globaler Instabilität stärken würde.
Die Zukunft des Osnabrücker Werks bleibt ungewiss, während Volkswagen zwischen Kostensenkungen und möglichen neuen Geschäftsbereichen abwägt. Cavallos Widerstand gegen Werksschließungen und ihr Engagement für Rüstungsprojekte könnten die nächste Phase des Standorts prägen. Bisher hat das Unternehmen jedoch keine endgültigen Entscheidungen zu einer Rüstungsproduktion oder weiteren Stellenstreichungen getroffen.






