Volkswagen plant radikale Kürzungen: 100.000 Jobs und vier Werke in Gefahr
Gustav JacobVolkswagen plant radikale Kürzungen: 100.000 Jobs und vier Werke in Gefahr
Volkswagen bereitet sich auf massive Stellenstreichungen und Werksschließungen in Deutschland vor. Die Aktie des Konzerns bleibt günstig bewertet, doch Anleger blicken skeptisch auf die Zukunft der Branche. Ein entscheidendes Treffen zur Diskussion der Pläne steht im kommenden Monat an.
Die Unternehmensführung plant einen groß angelegten Abbau von Kapazitäten. Bis zu 100.000 Arbeitsplätze könnten betroffen sein, vier deutsche Standorte stehen vor der Schließung. Konzernchef Oliver Blume und weitere Führungskräfte räumen ein, dass einige Sparten weiterhin nicht wettbewerbsfähig sind.
Vertreter der Belegschaft, darunter Daniela Cavallo, wurden von den frühen Gesprächen ausgeschlossen. Der Aufsichtsrat wird die Vorschläge am 9. Juli prüfen. Niedersachsen, das 20,2 Prozent an Volkswagen hält, besitzt ein Vetorecht bei grundlegenden Entscheidungen. Die SPD-geführte Landesregierung kontrolliert gemeinsam mit den Grünen den Aufsichtsrat.
Trotz des niedrigen Aktienkurses bleiben Anleger zurückhaltend. Die Volkswagen-Aktie wird derzeit mit einem KGV von 3,7 für dieses Jahr und 3,0 für 2027 gehandelt. Analysten prognostizieren für das kommende Jahr einen Gewinn je Aktie von 24,21 Euro, während der Kurs aktuell bei 72,54 Euro liegt.
Der Aufsichtsrat wird im Juli über die Stellenstreichungen und Schließungen entscheiden. Die Landesregierung Niedersachsens könnte die Pläne blockieren, falls sie dies beschließt. Die günstige Bewertung des Konzerns hat skeptische Investoren bislang nicht überzeugt.
