Warum Berlins Kirchen als kühle Oasen in Hitzewellen oft verschlossen bleiben
Liesbeth KuhlWarum Berlins Kirchen als kühle Oasen in Hitzewellen oft verschlossen bleiben
Kirchen in Berlin und Brandenburg sollen als kühle Rückzugsorte während Hitzewellen ihre Türen öffnen
Bisher stehen jedoch nur wenige evangelische Kirchen an Werktagen durchgehend für diesen Zweck zur Verfügung. Sakralbauten bieten mit ihrer natürlichen Kühlung eine willkommene Abkühlung – ganz ohne Klimaanlage.
Die katholische und evangelische Kirche in der Region haben ihre Gemeinden aufgerufen, geeignete Räume als Hitzeschutz bereitzustellen. Doch viele Kirchen bleiben aus Sorge vor Diebstahl, Vandalismus und Haftungsfragen verschlossen. Die Lutherkirche in Spandau könnte etwa Schutz bieten, wird aber bei geöffneten Türen immer wieder Ziel von Vandalen.
Finanzielle Mittel, um die Kirchen regelmäßig zugänglich zu halten, sind in den Gemeinden knapp. Dennoch bleiben einige täglich geöffnet. Die Apostel-Paulus-Kirche in Schöneberg wird dank ehrenamtlicher Unterstützung ganzjährig offen gehalten. Auch St. Marien bleibt täglich geöffnet – unterstützt durch Touristenströme und einen hauptamtlichen Küster. Die Wichernkirche in Spandau hat zwar ihre Türen offen, verzeichnet aber keinen spürbaren Anstieg von Besuchern, die vor der Hitze Zuflucht suchen.
Die Opposition kritisiert den Senat, zu wenig kühle Rückzugsorte bei extremer Hitze bereitzustellen.
Aktuell öffnen nur 13 evangelische Kirchen in Berlin an jedem Werktag als Hitzeschutz. Zwar bieten Sakralbauten von Natur aus ein kühles Umfeld, doch praktische Hindernisse begrenzen den Zugang. Der Appell, mehr Kirchen zu öffnen, scheitert bisher an finanziellen und sicherheitstechnischen Bedenken.
