Warum Deutschlands Elektroauto-Förderung scheiterte – trotz 4.000 Euro Prämie
Liesbeth KuhlWarum Deutschlands Elektroauto-Förderung scheiterte – trotz 4.000 Euro Prämie
Deutschland führte im Juli 2016 ein Förderprogramm für Elektrofahrzeuge ein. Das Programm sollte den Absatz durch finanzielle Anreize für Käufer steigern. Doch die Nachfrage blieb deutlich hinter den ursprünglichen Erwartungen der Regierung zurück.
Die Förderung sieht 4.000 Euro für rein elektrisch betriebene Autos und 3.000 Euro für Plug-in-Hybride vor. Sie gilt rückwirkend auch für Fahrzeuge, die seit dem 18. Mai 2016 erworben wurden. Bis Ende Juni 2017 wurden jedoch nur 23.024 Anträge gestellt – weit entfernt vom Ziel der Bundesregierung von 300.000 geförderten Fahrzeugen.
Von diesen Anträgen entfielen 13.080 auf vollelektrische Autos, 9.937 auf Plug-in-Hybride. Privatpersonen reichten 10.150 Anträge ein, der Großteil der restlichen Anträge kam von Unternehmen. Nicht abgerufene Mittel verfallen Ende Juni 2019.
Andreas Obersteller, Präsident des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), verwies auf anhaltende Herausforderungen. Elektrofahrzeuge seien nach wie vor teuer, die Ladeinfrastruktur unzureichend und die Reichweiten zu gering.
Aufgrund des zögerlichen Fortschritts hat Berlin sein ursprüngliches Ziel, bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen zu haben, aufgegeben. Das Förderprogramm konnte bisher weniger Käufer gewinnen als erhofft. Da nicht abgerufene Mittel Mitte 2019 verfallen, steht die staatliche Elektroauto-Offensive vor erheblichen Hindernissen. Hohe Kosten, mangelnde Infrastruktur und begrenzte Reichweiten schrecken potenzielle Käufer weiterhin ab.






