19 April 2026, 10:11

Waschbärspulwurm: Warum Experten trotz seltener Fälle warnen

Schwarzes und weißes Foto eines Raccoons auf dem Cover einer zoologischen Gesellschaftszeitschrift mit Text.

Waschbärspulwurm: Warum Experten trotz seltener Fälle warnen

Sorgen über die Ausbreitung von Baylisascaris procyonis – einem parasitären Fadenwurm, der von Waschbären übertragen wird – nehmen unter Wildtierexperten und Behörden zu. Das ZOWIAC-Projekt der Goethe-Universität Frankfurt hat wiederholt vor den zoonotischen Risiken gewarnt, die von diesen Tieren ausgehen. Trotz der Alarmzeichen bleiben bestätigte Fälle der dadurch ausgelösten Erkrankung, der Baylisascariasis, weltweit selten.

Der Waschbärspulwurm (Baylisascaris procyonis) kann bei einer Übertragung auf den Menschen schwere gesundheitliche Schäden verursachen. Bis 2021 wurden weltweit nur 50 klinische Fälle dokumentiert. In den USA waren es bis 2018 weniger als 25 bestätigte Infektionen.

Eine Studie aus dem Jahr 2021, an der 317 Wildtierpfleger teilnahmen, die regelmäßig mit Waschbären arbeiteten, ergab keine symptomatischen Infektionen. Dies deutet darauf hin, dass selbst bei direkter Exposition – selbst in Hochrisikogruppen – nicht zwangsläufig eine Erkrankung auftritt.

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Dennoch halten sich Bedenken unter Freizeitjägern, Politikern und Naturschutzbehörden, da die Waschbärpopulationen weiter wachsen. Einige fordern eine stärkere Bejagung, um die Ausbreitung des Parasiten einzudämmen. Experten hingegen argumentieren, dass die Jagd in Deutschland keine wirksame Methode zur Kontrolle der Waschbärbestände sei.

Dr. Ulf Hohmann, Wildtierbiologe und Waschbärexperte, betont, dass die Bejagung die Populationen nicht regulieren werde. Stattdessen plädiert er für ein Miteinander und fordert den Menschen auf, sich an die Anwesenheit der Tiere anzupassen. Die Interessengemeinschaft Wild beim Wild (IG Wild beim Wild), ein gemeinnütziger Verein, der sich mit dem Verhältnis von Mensch und Tier befasst, setzt sich für moderne Wildtiermanagement-Methoden als Alternative zur Bejagung ein.

Obwohl Baylisascariasis nach wie vor selten auftritt, bleibt die Debatte über den Umgang mit Waschbären kontrovers. Während Behörden und Experten uneins sind, ob Bejagung oder Koexistenz der bessere Weg ist, bleiben die gemeldeten Fälle gering – doch Überwachung und Forschung gehen weiter.

Quelle