Weihnachtsgeld 2024: Warum vom Bruttobonus oft nur die Hälfte übrig bleibt
Carolina SchleichWeihnachtsgeld 2024: Warum vom Bruttobonus oft nur die Hälfte übrig bleibt
Weihnachtsgeld in Deutschland: Brutto ist nicht gleich netto
Beschäftigte in Deutschland erhielten 2024 im Durchschnitt ein brutto Weihnachtsgeld von 2.987 Euro – sofern sie unter einen Tarifvertrag fallen. Doch was auf dem Konto ankommt, fällt oft deutlich geringer aus, denn Steuern und Abgaben schmälern die Auszahlung beträchtlich. Anders als das monatliche Gehalt unterliegen Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld einer eigenen Besteuerungslogik, die sich spürbar auf den Nettobetrag auswirkt.
In Deutschland ist das Weihnachtsgeld voll steuerpflichtig. Die Berechnung erfolgt jedoch nach einem besonderen Verfahren: Die sogenannte Fünftelregelung (früher Sechstelregelung) kommt zur Anwendung, wenn die Sonderzahlung mehr als 25 Prozent des monatlichen Bruttogehalts beträgt. Dadurch kann die Steuerlast im Vergleich zur regulären Gehaltsbesteuerung gemildert werden.
Im Schnitt verbleiben Arbeitnehmenden nach Abzug der Steuern nur 50 bis 65 Prozent des Bruttobonus – je nach Gehaltshöhe und Steuerklasse. Hinzu kommen Sozialabgaben, die mit bis zu 22 Prozent auf den Arbeitnehmeranteil fällig werden. Allerdings gelten diese nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze; Einkommensteile darüber bleiben abgabenfrei.
Wer eine Steuererklärung abgibt, kann einen Teil der einbehaltenen Beträge zurückerhalten. Die durchschnittliche Erstattung liegt bei etwa 1.240 Euro.
Fazit: Zwischen dem Brutto- und dem Nettowert des Weihnachtsgelds klafft oft eine große Lücke. Steuerrechtliche Regelungen, Sozialversicherungsbeiträge und individuelle Faktoren bestimmen letztlich, wie viel vom Bonus übrig bleibt. Eine Steuererklärung lohnt sich daher für viele Arbeitnehmende, um einen Teil der Abzüge zurückzuholen.
