Wiener Festwochen beenden Rekordjahr mit mutigem Theater und 196.000 Besuchern
Gustav JacobWiener Festwochen beenden Rekordjahr mit mutigem Theater und 196.000 Besuchern
Die Wiener Festwochen gingen mit mutigen Aufführungen und Besucherrekorden zu Ende
Fast 196.000 Besucher verfolgten die diesjährige Ausgabe der Wiener Festwochen – eine der erfolgreichsten in der Geschichte des Festivals. Das Programm bot eine vielfältige Mischung aus interaktiven Stücken und umstrittenen Produktionen.
Milo Raus Republik der Götter lief fünf Wochen lang und zog große Aufmerksamkeit auf sich. Der Regisseur bezeichnete sein Werk selbstbewusst als die „größte Inszenierung aller Zeiten“ und als Weltpremiere. Auch die hohen Besucherzahlen von nahezu 196.000 hob er in seinem Bericht hervor.
Andere Produktionen hinterließen ebenfalls starke Eindrücke: Thorsten Lensings Tanzende Idioten erntete breite Anerkennung, besonders durch Ursina Lardis herausragende Darstellung. Angélica Liddells Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder die Lust am Sterben zählte zu den Höhepunkten, während Brigitta Muntendorfs Der Tag davor ein kraftvolles Manifest gegen Gewalt bot.
Nicht alle Inszenierungen überzeugten: Nestervals Adaption des Nibelungenstoffs fand wenig Anklang, Susanne Kennedys Parsifal wirkte statisch, und Das tragische Schicksal der Sonata Nr. 2 wurde als langatmig und vortragsartig kritisiert. Positiv fielen dagegen Patti Smiths Auftritte und Florentina Holzingers Pfingstspiel auf. Den Abschluss bildete Gob Squads Turn, eine interaktive Erkundung des Doppelgängermotivs, die das Festival auf kreative Weise ausklingen ließ.
Mit einem breiten Spektrum von gefeierten Werken bis hin zu verpassten Chancen unterstrichen die Festwochen ihre wachsende Beliebtheit. Die Besucherzahlen festigten Wien als Zentrum für mutiges und experimentelles Theater.






