Wiesbaden setzt auf Fußgänger und Radfahrer – das Auto verliert an Bedeutung
Gustav JacobWiesbaden setzt auf Fußgänger und Radfahrer – das Auto verliert an Bedeutung
Wiesbaden setzt zunehmend auf umweltfreundlichere Fortbewegungsmittel. Immer weniger Einwohner sind auf das Auto angewiesen, während Zu-Fuß-Gehen und Radfahren deutlich an Beliebtheit gewonnen haben. Trotz dieser Veränderungen bleibt die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt jedoch konstant.
Seit 2018 ist das Laufen in Wiesbaden deutlich häufiger geworden. Der Anteil der Fußwege an allen Wegen stieg von 27,9 % auf 33,5 % – das bedeutet, dass mittlerweile ein Drittel der Bevölkerung für alltägliche Fahrten zu Fuß unterwegs ist. Auch das Radfahren verzeichnet einen starken Anstieg, insbesondere bei längeren Strecken. Hier haben sich die Zahlen in den letzten Jahren mehr als verdoppelt.
Fahrräder spielen auch beim Berufsverkehr eine immer größere Rolle. 2013 wurden nur 7 % der Arbeitswege mit dem Rad zurückgelegt – heute sind es bereits 13 %. Die täglichen Fahrradpendlerfahrten sind um etwa 45 % gestiegen und liegen nun bei rund 15.000 pro Tag. E-Bikes tragen maßgeblich zu diesem Wachstum bei und machen mittlerweile jedes fünfte Fahrrad in der Stadt aus.
Die Stadt hat massiv in die Radinfrastruktur investiert, um diese Entwicklung zu unterstützen. Ein 2018 beschlossener Plan namens Fahrradoffensive Wiesbaden stellte 20 Millionen Euro für neue Radwege bereit, darunter 120 Kilometer erweiterte Fahrspuren auf Hauptverkehrsstraßen wie der Mainzer Straße und der Schiersteiner Straße. Auch Leihfahrradsysteme wie Call a Bike, das 2015 eingeführt wurde, haben das Radfahren attraktiver gemacht.
Die Autonutzung geht derweil zurück. Verkehrserhebungen zeigen, dass die Wiesbadener heute weniger fahren als noch vor fünf Jahren. Zwar finden täglich noch etwa 150.000 kurze Autofahrten von drei Kilometern oder weniger statt, doch der allgemeine Trend weist auf weniger Fahrzeuge im Straßenverkehr hin. Um die Abhängigkeit vom Auto weiter zu verringern, fördert die Stadt den Ausbau von Radwegen und die Erweiterung von Carsharing-Angeboten.
Die Veränderung der Mobilitätsgewohnheiten ist deutlich: Immer mehr Menschen in Wiesbaden entscheiden sich fürs Laufen oder Radfahren statt fürs Auto. Mit laufenden Investitionen in Radwege und alternative Verkehrsmittel rechnet die Stadt damit, dass sich dieser Trend fortsetzt. Der öffentliche Nahverkehr bleibt jedoch eine stabile Option für diejenigen, die weiterhin darauf angewiesen sind.






