14 June 2026, 12:08

Wim Wenders zieht Falsche Bewegung zurück – ein Meilenstein in der Debatte um Kunst und Ethik

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Wim Wenders zieht Falsche Bewegung zurück – ein Meilenstein in der Debatte um Kunst und Ethik

Die Debatte um Wim Wenders’ Film Falsche Bewegung von 1975 hat nach dessen Aufführung in Frankfurt im vergangenen Jahr neue Brisanz erhalten. Im Mittelpunkt steht eine halbnackte Szene mit Nastassja Kinski, die damals erst 13 Jahre alt war. Seitdem wird diskutiert, wie mit älteren Werken umgegangen werden soll, deren Inhalte heute als inakzeptabel gelten.

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Der Film wurde im März 2023 nur einmal gezeigt – im Rahmen einer Retrospektive im Frankfurter Filmmuseum. Kinski hatte jahrelang die Streichung der umstrittenen Szene gefordert, doch Wenders lehnte dies zunächst ab. Die Diskussion nahm eine neue Wendung, als sich der Regisseur bei Kinski entschuldigte und den Film aus dem Verkehr zog.

Kinskis Haltung lenkte die Debatte in eine sachlichere Richtung, weg von reißerischer Empörung. Manche plädieren dafür, solche Filme im Nachhinein zu bearbeiten, um sie heutigen Maßstäben anzupassen, andere bestehen auf der Bewahrung des Originals. Die Diskussion erstreckt sich auch auf andere Fälle, etwa Brooke Shields in Pretty Baby oder Jodie Foster in Taxi Driver, bei denen junge Schauspieler:innen in moralisch fragwürdigen Rollen auftraten. Shields äußerte später Unbehagen über ihre Beteiligung, während Foster ihre Erfahrungen stets mit Humor reflektierte.

Wenders’ Entscheidung, den Film zurückzuziehen, markiert einen Wandel im Umgang mit solchen Problemen. Der Fall zeigt die anhaltende Spannung zwischen künstlerischer Freiheit und ethischen Bedenken. Gleichzeitig wird deutlich, wie vergangene Werke heute unter neuen Maßstäben neu bewertet werden.

Quelle