15 May 2026, 20:13

ZDK lehnt EU-Pläne für Gebrauchtwagen-Kennzeichnung strikt ab

Etikett mit dem Namen eines Autos.

ZDK lehnt EU-Pläne für Gebrauchtwagen-Kennzeichnung strikt ab

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat sich gegen den jüngsten Vorschlag der Europäischen Kommission zur Fahrzeugkennzeichnung ausgesprochen. Die neuen Regeln sehen vor, die verpflichtende Angabe von Kraftstoffverbrauch und Emissionen auch auf Gebrauchtwagen auszuweiten – ein Vorhaben, das der ZDK als undurchführbar kritisiert. In einem acht Punkte umfassenden Positionspapier fordert der Verband die Politik auf, die Vorgaben auf Neuwagen zu beschränken.

Die Europäische Kommission will die bestehende Richtlinie 1999/94/EG durch strengere Kennzeichnungsregeln ersetzen. Diese würden Händler verpflichten, für alle Fahrzeuge – einschließlich gebrauchter Modelle – Verbrauchs- und Emissionsdaten anzugeben. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn warnte, dass diese Ausweitung erhebliche rechtliche und praktische Probleme mit sich bringen würde.

Viele Gebrauchtwagen wurden im Laufe der Zeit umgebaut, was die Überprüfung genauer Verbrauchswerte erschwert. Ältere Modelle wurden zudem nach dem veralteten NEFZ-Standard (Neuer Europäischer Fahrzyklus) zertifiziert, während neuere Fahrzeuge den strengeren WLTP-Messverfahren (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) unterliegen. Peckruhn argumentiert, dass diese Unterschiede die Einhaltung der Vorschriften für Händler nahezu unmöglich machen würden.

Der ZDK fordert zudem klarere Zuständigkeiten zwischen Herstellern, Online-Plattformen und Händlern. Ziel ist eine einheitliche Marktüberwachung in der gesamten EU, um Verwirrung zu vermeiden. Ohne solche Anpassungen befürchtet Peckruhn, dass Händler den Handel mit älteren Gebrauchtwagen komplett einstellen könnten.

Als Reaktion hat sich der Verband an das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gewandt. Der ZDK erwartet, dass Berlin in Brüssel auf realistischere Regelungen drängt, bevor der Vorschlag weiterverfolgt wird.

Die Kritik des ZDK unterstreicht die Herausforderungen, die mit der Einführung neuer Kennzeichnungsvorschriften für den Gebrauchtwagenmarkt verbunden sind. Sollte der Entwurf wie geplant umgesetzt werden, drohen Händlern rechtliche Risiken und betriebliche Hürden. Zudem könnte die Verfügbarkeit älterer Fahrzeuge für Käufer in ganz Europa sinken.

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