26 April 2026, 00:23

Antifaschistische Proteste in Kreuzberg gegen rechtsextreme Plattform Nius

Eine Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße bei einer Demonstration, einige halten Schilder und andere fahren Fahrräder, im Hintergrund ein historisches Gebäude mit Rundbogenfenstern, Pfeilern und Skulpturen.

Antifaschistische Proteste in Kreuzberg gegen rechtsextreme Plattform Nius

Aktivist*innen gegen Faschismus versammelten sich in Kreuzberg, um Informationsveranstaltung zu rechtsextremer Propaganda-Plattform Nius zu schützen

Am Samstag trafen sich antifaschistische Aktivist*innen in Kreuzberg, um eine Informationsveranstaltung über Nius abzusichern – eine Plattform, die als Sprachrohr der extremen Rechten gilt. Die Veranstaltung fand im Dragonerareal-Komplex statt, wobei die Organisator*innen mit möglichen Störungen durch Anhänger*innen oder Mitarbeiter*innen von Nius rechneten. Rund 250 Menschen füllten den Veranstaltungsort bis auf den letzten Platz und zeigten damit das große lokale Interesse am Thema.

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Nius, finanziert vom Multimillionär Frank Gotthardt – einer Person mit engen Verbindungen zur CDU-Führung –, hat sich einen Namen damit gemacht, rechtsextreme Rhetorik zu verbreiten. Unter der Leitung von Chefredakteur Julian Reichelt treibt das Medium gezielt die öffentliche Debatte nach rechts, wie Analysen seiner redaktionellen Strategie zeigen. Trotz seiner aggressiven Vorgehensweise bleibt Nius ein Nischenanbieter: Es schafft es nicht in die Top 100 der deutschen Onlinemedien nach Reichweite und verbuchte 2023 einen Verlust von 13 Millionen Euro.

Die Plattform steht wegen ihrer Methoden massiv in der Kritik. Referent*innen bei der Veranstaltung bezeichneten Nius als "digitale Pranger" und "Schmutzkübel-Medium" und warfen ihm vor, gezielte Angriffe als Journalismus zu tarnen. Betroffene seiner Kampagnen berichteten von Wellen der Hetze, darunter übelste Beleidigungen, Vergewaltigungs- und Todesdrohungen.

Im Vorfeld hatte Nius die Veranstaltung aggressiv beworben und die "Nein zu Nius"-Initiative als "linksextrem" und "steuerfinanziert" diffamiert. Die Organisator*innen hatten mit Provokateur*innen gerechnet, doch die Diskussion verlief ohne Zwischenfälle. Unterdessen kündigten Protestierende an, in den kommenden Tagen vor dem Nius-Büro in der Ritterstraße zu demonstrieren.

Die Veranstaltung unterstrich den wachsenden Widerstand gegen die Methoden von Nius. Während die finanziellen Probleme und die begrenzte Reichweite des Mediums auf geringen Einfluss hindeuten, lösen seine aggressiven Kampagnen weiterhin Gegenproteste aus. Mit der zunehmenden Verfestigung des Widerstands sind weitere Aktionen zu erwarten.

Quelle