Apotheken setzen auf vorzeitige Rezeptabrechnung gegen Liquiditätsengpässe
Carolina SchleichApotheken setzen auf vorzeitige Rezeptabrechnung gegen Liquiditätsengpässe
Immer mehr Apotheken entscheiden sich dafür, ihre Rezeptabrechnungen vorzeitig auszuzahlen. Dieser Trend zeigt sich vor dem Hintergrund, dass hochpreisige Medikamente mittlerweile fast 40 Prozent aller Verschreibungen ausmachen und so die Liquidität belasten. Die Abrechnungsstellen haben reagiert und bieten schnellere Auszahlungsoptionen mit unterschiedlichen Gebührenmodellen an.
Die Zunahme der vorzeitigen Auszahlungen bestätigt auch Katja Frey, Vertriebsleiterin bei der ARZ Haan. Sie erklärt, dass Apotheken zunehmend auf Vorfinanzierungen zurückgreifen, um ihre Liquidität zu sichern. Ein Angebot der ARZ Haan ist das Premium-Paket FlexZahlungBusiness, das eine tägliche Gebühr von 0,02 Prozent erhebt – ohne zusätzliche Überweisungskosten.
Für Kunden ohne Premium-Paket liegt der tägliche Zinssatz für die vorzeitige Finanzierung bei 0,03 Prozent. Auch andere Anbieter wie Noventi bieten frühere Auszahlungen an, allerdings zu abweichenden Konditionen. Dort setzen sich die Gebühren aus einem Festzins von 0,018 Prozent sowie einem variablen Aufschlag zusammen, der an den Euribor gekoppelt ist.
Die Abrechnungsstellen argumentieren, dass ihre Modelle günstiger seien als die klassischen Bankkredite. Die steigende Nachfrage spiegle die finanzielle Belastung wider, die durch teure Medikamente entsteht – diese machen inzwischen einen erheblichen Teil der Apothekenumsätze aus.
Vorzeitige Auszahlungsdienste sind damit zu einem wichtigen Instrument für Apotheken geworden, die mit Liquiditätsengpässen kämpfen. Angesichts der wachsenden Zahl kostspieliger Verschreibungen setzen immer mehr Betriebe auf die flexiblen Finanzierungslösungen der Abrechnungsstellen. Die verschiedenen Gebührenmodelle ermöglichen es den Apotheken, die für sie passendste Option auszuwählen.






