Bargeld stirbt langsam – doch kontaktloses Bezahlen wird immer teurer für Händler
Carolina SchleichBargeld stirbt langsam – doch kontaktloses Bezahlen wird immer teurer für Händler
Bargeldzahlungen in Deutschland gehen seit 2018 stark zurück – kontaktloses Bezahlen dominiert den Einzelhandel
Seit 2018 sind Bargeldzahlungen in Deutschland deutlich zurückgegangen, während kontaktlose Kartentransaktionen den Einzelhandel prägen. Eine aktuelle Studie warnt jedoch, dass die Ablösung der Girocard durch internationale Debitkarten die Transaktionskosten um bis zu 50 Prozent in die Höhe treiben könnte. Der Wandel vollzieht sich, während sich Verbraucher und Unternehmen an eine sich rasant verändernde Zahlungslandschaft anpassen.
Noch 2018 entfiel ein Anteil von 38,8 Prozent des Einzelhandelsumsatzes auf Bargeld, doch dieser Wert sinkt kontinuierlich. Bis 2024 machten kontaktlose Kartenzahlungen bereits 94,6 Prozent der entsprechenden Transaktionen aus – ein klares Zeichen für den Trend hin zu bargeldlosen Zahlungsmethoden. Besonders in den Innenstädten hat die Weihnachtszeit den Karteneinsatz zusätzlich befeuert.
Das Girocard-System, betrieben von der EURO Kartensysteme GmbH, bleibt das Rückgrat des deutschen Bankennetzes. Es umfasst sowohl das Girocard-Debitverfahren als auch die Geldautomaten-Infrastruktur des Landes. Händler profitieren von den im Vergleich zu internationalen Alternativen geringeren Gebühren, während Kunden die flächendeckende Akzeptanz schätzen.
Trotz dieser Vorteile sind zwei Drittel der Verbraucher weiterhin überzeugt, dass Bargeld die günstigste Zahlungsoption ist. Gleichzeitig geben jedoch mehr als drei Viertel an, sie würden – wenn sie die Wahl hätten – eine Methode bevorzugen, die den Einzelhandel unterstützt. 2022 überstiegen die Kartenzahlungen die Marke von 300 Milliarden Euro und machten damit 61,8 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes aus.
Steigende Transaktionsgebühren für bargeldlose Zahlungen belasten zunehmend die Gewinne der Händler. Die Studie unterstreicht die finanziellen Risiken einer Abkehr von der Girocard, die im Vergleich zu globalen Debitkarten-Alternativen kostengünstiger bleibt. Angesichts des weiter wachsenden Karteneinsatzes stehen Unternehmen und Verbraucher vor sich wandelnden Entscheidungen über ihre Zahlungsgewohnheiten.






