28 April 2026, 08:22

Bio-Bauern retten Schlachthof Fulda mit Genossenschaftsmodell vor dem Aus

Luftaufnahme eines Ranchgeländes mit verstreuten Gebäuden in einem Feld umgeben von Bäumen, Häusern, Strommasten, einer Straße, Gras und Wasser.

Bio-Bauern retten Schlachthof Fulda mit Genossenschaftsmodell vor dem Aus

Bio-Bauern in Hessen retten gemeinsam den Schlachthof Fulda vor der Schließung

Die Einrichtung geriet in finanzielle Schwierigkeiten, nachdem die Schweizer Migros-Gruppe den Lebensmittelhändler Tegut übernommen und ihre Fleischbeschaffung umgestellt hatte. Nun will eine neu gegründete Genossenschaft die Zukunft des Standorts unter regionaler Kontrolle sichern.

Federführend bei der Initiative ist Rudolf Bühler, ein Schweinezüchter aus Hohenlohe mit jahrzehntelanger Branchenerfahrung. Vor 30 Jahren gründete er mit anderen die Genossenschaft BESH, die heute einen eigenen Schlachthof betreibt. Diesmal übernimmt er den Vorsitz im Aufsichtsrat der neu gegründeten Erzeugerschlachthof Kurhessen AG, die mit einem Stammkapital von 250.000 Euro ausgestattet wurde.

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Als Geschäftsführer des Projekts wurde Sven Euen berufen. Die Genossenschaft plant, durch die Ausgabe von vinkulierten Namensaktien zu je 500 Euro Kapital aufzubringen. Landwirte, Privatpersonen, Kommunen, Vereine und Metzger können sich um den Erwerb bewerben – die Kaufanträge bedürfen jedoch der Zustimmung des Aufsichtsrats. Die Zeichnungsfrist für die Aktien soll in den kommenden vier Wochen enden.

Noch sind erhebliche Investitionen nötig, insbesondere in die Modernisierung der Brühanlage. Die geschätzten Kosten für diese Maßnahmen liegen zwischen 600.000 und 800.000 Euro. Bühler zeigt sich zuversichtlich, öffentliche Fördermittel zu erhalten: Er hofft auf Zuschüsse vom Land Hessen und der EU, die 30 bis 40 Prozent der Ausgaben decken könnten.

Ziel der Rettungsaktion ist es, den Betrieb des Schlachthofs zu stabilisieren und ihn in regionaler Hand zu halten. Gelingt das Vorhaben, ermöglicht das Genossenschaftsmodell den heimischen Landwirten und Akteuren, die Kontrolle über die Fleischverarbeitung in Fulda zu behalten. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob genug Anteile gezeichnet werden, um die finanziellen Ziele zu erreichen.

Quelle