Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen nehmen dramatisch zu – wie Firmen sich wehren
Liesbeth KuhlCyberangriffe auf deutsche Unternehmen nehmen dramatisch zu – wie Firmen sich wehren
Cyberangriffe in Deutschland stiegen 2020 um 7,9 Prozent an – insgesamt registrierte das Bundeskriminalamt (BKA) 108.474 Vorfälle. Als Hauptgrund gilt der Umstieg auf Homeoffice während der COVID-19-Pandemie. Unternehmen, darunter große Einzelhändler, hatten mit schweren Betriebsstörungen durch digitale Bedrohungen zu kämpfen.
Erst kürzlich wurde die deutsche Supermarktkette Tegut Opfer eines Cyberangriffs. Das Unternehmen musste sein automatisiertes Lagerverwaltungssystem sowie die E-Mail-Server abschalten. Mitarbeiter meldeten fehlende Ware per Telefon an die Zentrale – mit der Folge von Lücken in den Regalen und Lieferkettenverzögerungen.
Cyberkriminelle nutzen zunehmend Schwachstellen im Netz aus: 70 Prozent der Angriffe gehen von gefälschten Websites oder schädlichen E-Mails aus. Über diese Kanäle dringt Schadsoftware in Systeme ein und legt Betriebe oft für Tage oder sogar Wochen lahm.
Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung haben Microsoft und Rohde & Schwarz Cybersecurity eine Cloud-Sicherheitslösung entwickelt, die Nutzerdaten isoliert und verschlüsselt. Ihr Tool "Browser in the Box" schafft eine virtuelle Browser-Umgebung, die Kriminelle vom Zugriff auf sensible Informationen abschirmt. Zudem ermöglicht der "R&S Trusted VPN Client" – eine vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierte VPN-Software – sicheren Fernzugriff auf Firmennetzwerke. Die Lösung erfüllt strenge VS-NfD-Standards für den Umgang mit geheimen Daten.
Angesichts der steigenden Angriffsflut setzen Unternehmen auf stärkere Abwehrmaßnahmen. Sichere VPNs und verschlüsselte Cloud-Lösungen sollen kritische Systeme vor künftigen Angriffen schützen. Für Betriebe wie Tegut hängt die Erholung davon ab, wie schnell sie sichere Abläufe wiederherstellen und weitere Störungen verhindern können.






