Deutsche Bank unter Druck: 62-Stunden-Wochen gefährden Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit
Gustav JacobDeutsche Bank unter Druck: 62-Stunden-Wochen gefährden Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit
Lange Arbeitszeiten im deutschen Finanzsektor wecken Sorgen um die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit. Bei der Deutschen Bank in Frankfurt arbeiten junge Mitarbeiter:innen oft bereits bis Mittwochmorgen mehr als eine volle Wochenarbeitszeit. Gleichzeitig verändern sich durch neue Handelsgewohnheiten und Arbeitsroutinen die Strukturen der Branche in ganz Europa und den USA.
Laut Angaben leisten Investmentbanker:innen der Deutschen Bank durchschnittlich 62,6 Stunden pro Woche – deutlich über dem deutschen Durchschnitt. CEO Christian Sewing wies auf die Kluft zwischen den Arbeitszeiten in Deutschland und dem EU-Schnitt hin und warnte, dies könnte die wirtschaftliche Position des Landes schwächen. Deutsche Beschäftigte müssten demnach deutlich mehr arbeiten, um nur das EU-Mittelmaß zu erreichen.
Im Handelsgeschäft gewinnt Private Credit an Bedeutung – trotz widersprüchlicher Tendenzen. Die Nachfrage nach Marktmaking für Kredite, die aus Private-Credit-Transaktionen stammen, steigt. Wie berichtet, richtet der Vermögensverwalter Apollo Global Management einen neuen Handelsbereich ein, der sich auf diesen Sektor konzentriert.
Personelle Veränderungen prägen die Branche: Vincent Hall kehrt nach zwei Jahren bei Citadel als Sales Trader zu Citi zurück. Gleichzeitig schloss die Risikokapitalgesellschaft Andreessen Horowitz ihr Büro in Miami – begründet mit geringem Interesse der Mitarbeiter:innen an Initial Coin Offerings (ICOs) und nicht-fungiblen Token (NFTs).
Auch die Kommunikation am Arbeitsplatz wandelt sich. Vor allem jüngere Berufstätige, insbesondere die Generation Z, bevorzugen für geschäftliche Absprachen zunehmend Telefonate statt E-Mails oder Textnachrichten.
Die langen Arbeitszeiten bei der Deutschen Bank spiegeln die größeren Herausforderungen für Deutschlands wirtschaftliche Zukunft wider. Der Aufstieg des Private-Credit-Handels und die veränderten Kommunikationsgewohnheiten deuten auf anhaltende Umbrüche in der Finanzwelt hin. Diese Entwicklungen könnten in den kommenden Monaten die Personalpolitik, Produktivität und Marktstrategien beeinflussen.






