Rechenzentren kämpfen mit Energiehunger – kann Immersionskühlung die Lösung sein?
Malte KrauseRechenzentren kämpfen mit Energiehunger – kann Immersionskühlung die Lösung sein?
Rechenzentren stehen unter wachsendem Druck, ihren Energie- und Wasserverbrauch zu senken, während die Nachfrage nach Rechenleistung rasant steigt. Eine Kühltechnologie namens zweiPhasen-Immersionskühlung (2-PIC) könnte den Verbrauch um bis zu 90 Prozent reduzieren – doch ihr Einsatz fluorierter Gase wirft Probleme auf. Die EU will diese klimaschädlichen Stoffe auslaufen lassen, was Betreiber vor die Herausforderung stellt, nachhaltige Alternativen zu finden.
Der globale Strombedarf von Rechenzentren wird sich Schätzungen zufolge in den nächsten drei Jahren verdoppeln. Bis 2026 könnten sie in einigen Ländern ein Drittel des gesamten Stromverbrauchs ausmachen. Allein in Deutschland wird erwartet, dass der Energiebedarf der Server zwischen 2015 und 2025 um über 60 Prozent steigt – getrieben vor allem durch den Boom von KI und maschinellem Lernen.
Aktuell setzen noch 95 Prozent der Rechenzentren auf herkömmliche Luft- und Wasserkühlung, die rund 40 Prozent ihres Gesamtenergieverbrauchs ausmacht. 2-PIC bietet hier einen radikalen Ansatz: Die Technologie könnte den Energie- und Wasserbedarf für die Kühlung um bis zu 90 Prozent senken. Bei flächendeckender Einführung ließe sich so bis 2055 weltweit Strom in Höhe von 340 Terawattstunden einsparen. Zudem verringert sie den Platzbedarf für Server um bis zu 60 Prozent.
Die EU-Energieeffizienzrichtlinie verpflichtet Betreiber bereits, jährlich Umwelt- und Energiedaten offenzulegen. Deutschlands Energieeffizienzgesetz (EnEfG) geht noch weiter und setzt strenge Sparziele für Rechenzentren. Doch der Einsatz fluorierter Gase – einer Gruppe besonders klimawirksamer Treibhausgase – in der 2-PIC-Technologie steht im Widerspruch zu den EU-Plänen, diese schrittweise abzuschaffen.
Der Druck auf grüne Rechenzentren wächst, doch die ökologischen Abwägungen bei 2-PIC bleiben ungelöst. Betreiber müssen Energieeinsparungen mit den regulatorischen Grenzen für Kühlmittel in Einklang bringen. Ohne Alternativen wird es eine große Herausforderung, in den kommenden Jahren sowohl Effizienzziele als auch EU-Umweltvorgaben zu erfüllen.






