Egelsbach befreit sich aus der Landesaufsicht und übernimmt wieder Finanzkontrolle
Malte KrauseEgelsbach befreit sich aus der Landesaufsicht und übernimmt wieder Finanzkontrolle
Egelsbach übernimmt nach Jahren der Landesaufsicht wieder die Kontrolle über seine Finanzen
Nach Jahren unter staatlicher Aufsicht hat Egelsbach die Verfügungsgewalt über seinen Haushalt zurückerlangt. Die Gemeinde verließ das hessische Schutzschirmprogramm und untersteht nun wieder der Haushaltsaufsicht des Landkreises Offenbach. Verantwortliche betonen den Fortschritt der Stadt bei der Konsolidierung ihrer Finanzen – und das ohne drastische Kürzungen bei lokalen Leistungen.
Die finanziellen Probleme Egelsbachs begannen vor über einem Jahrzehnt und führten 2013 zur Aufnahme in das Schutzschirmprogramm. Im Rahmen dieser Maßnahme übernahm der Regierungspräsidium Darmstadt die Haushaltsüberwachung, während das Land 3,4 Millionen Euro der kommunalen Schulden übernahm. Später wurden im Rahmen der Initiative Hessenkasse zusätzliche 6,9 Millionen Euro an kurzfristigen Krediten durch die Landesregierung abgedeckt.
Ursprünglich hatte Egelsbach eine Erhöhung der Grundsteuer B um 520 Prozent geplant, um die Haushaltsnot zu bewältigen. Doch nach Jahren der Konsolidierung konnte der Anstieg deutlich reduziert werden. Zwischen 2017 und 2019 gelang es der Gemeinde, drei Jahre in Folge einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Diese Wende ermöglichte es, radikale Schritte wie die Schließung des kommunalen Freibads oder des Bürgerhauses Eigenheim zu vermeiden.
Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt würdigte in einer aktuellen Stellungnahme die Anstrengungen Egelsbachs. Er hob die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium und den Erfolg bei der Stabilisierung der Finanzen hervor. Trotz anhaltender wirtschaftlicher Herausforderungen – verschärft durch globale Konflikte und Konjunkturschwächen – versicherte Hilligardt, dass die Kommunen weiterhin Unterstützung bei der Haushaltsführung erhalten würden.
Die Rückkehr Egelsbachs zur lokalen Finanzhoheit markiert das Ende eines langen Sanierungsprozesses. Die Stadt hat ihre Bücher ausgeglichen, geplante Steuererhöhungen reduziert und wichtige öffentliche Einrichtungen erhalten. Mit weiterhin möglicher Landeshilfe streben die Verantwortlichen an, die Stabilität auch angesichts übergeordneter wirtschaftlicher Belastungen zu wahren.






