Finanzskandal in Berlin: Kulturstaatssekretärin tritt nach Millionen-Umleitung zurück
Carolina SchleichFinanzskandal in Berlin: Kulturstaatssekretärin tritt nach Millionen-Umleitung zurück
Ein Finanzskandal in Berlin hat zum Rücktritt der Kulturstaatssekretärin Sarah Wedl-Wilson geführt. Im Mittelpunkt der Affäre stehen Millionen Euro, die fälschlicherweise aus Projekten zur Bekämpfung von Antisemitismus umgeleitet wurden. CDU-Generalsekretärin Ottilie Klein hat nun den regierenden Bürgermeister Kai Wegner gegen wachsende Kritik in Schutz genommen.
Die Krise spitzte sich am Freitag zu, als Wedl-Wilson nach einem Prüfbericht der Stadt zurücktrat, der rechtswidrige Mittelvergaben aufgedeckt hatte. Die Ergebnisse lösten scharfe Reaktionen von Oppositionspolitikern und dem SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach aus. Klein wies deren Vorwürfe jedoch als "Wahlkampfgetöse" und ein "durchsichtiges Manöver" zurück.
Zudem lehnte sie die Behauptung ab, Wegner trage eine Mitschuld an dem Skandal, und bezeichnete solche Anschuldigungen als "haltlos". Mit Blick auf die Spannungen mit der SPD betonte Klein, dass Krach – inzwischen Regionspräsident in Hannover – "weder für die Koalition spricht noch heute ein landespolitisches Amt innehat".
Obwohl sie Wedl-Wilsons Entscheidung, zurückzutreten, mit "großem Respekt" würdigte, nannte Klein den Rücktritt "schmerzhaft". Sie unterstrich die Notwendigkeit, nach vorne zu blicken, und forderte die Verantwortlichen auf, sich wieder auf die zielgerichtete Verwendung der Gelder für gemeindenahe Antisemitismus-Projekte zu konzentrieren.
Der Skandal setzt die Berliner Regierung unter Druck, die Fehler bei der Mittelvergabe zu korrigieren. Mit Wedl-Wilsons Abgang rückt nun die Frage in den Fokus, wie das fehlgeleitete Geld seinen eigentlichen Bestimmungszweck erreicht. Kleins Verteidigung Wegners zeigt die Haltung der CDU, während die politischen Folgen der Affäre weiter nachwirken.






