Frankfurt kämpft gegen digitale Gewalt in Beziehungen mit Fachkräfte-Schulungen
Gustav JacobFrankfurt kämpft gegen digitale Gewalt in Beziehungen mit Fachkräfte-Schulungen
Veranstaltung zu digitaler Belästigung als Form von Beziehungsgewalt in Frankfurt
Letzten Freitag fand in Frankfurt eine Veranstaltung zum Thema digitale Belästigung als Form von Gewalt in Partnerschaften statt. Organisiert vom Polizeipäsidium der Stadt, war sie Teil des bundesweiten Digitaltags, der sich für digitale Teilhabe in Deutschland einsetzt. Im Mittelpunkt der Session stand die Schulung von Fachkräften, um digitale Gewaltformen wie Stalking und Überwachung zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.
Die unter dem Titel "Überwacht und bedroht: Digitale Belästigung als Form von Beziehungsgewalt" abgehaltene Veranstaltung zog rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, darunter Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Polizeibeamtinnen und -beamte sowie IT-Expertinnen und -Experten. Gloria Schmid vom Koordinierungsbüro zur Istanbul-Konvention der Stadt Frankfurt eröffnete die Session mit einem Appell, digitale Gewalt im Rahmen des Übereinkommens stärker in den Blick zu nehmen.
Die Referentinnen und Referenten erläuterten, wie Täterinnen und Täter Technologie nutzen, um Opfer zu kontrollieren und einzuschüchtern – etwa durch Ortungsgeräte, gemeinsame Accounts oder andere Formen der digitalen Überwachung. Die Veranstaltung bot thematische Informationsstände, unter anderem mit Beiträgen der Beratungsstelle "Rechtssicher" und verschiedener Abteilungen des Frankfurter Polizeipäsidiums.
Hessens Innenminister Roman Poseck wies auf das Ausmaß des Problems hin: Allein 2021 wurden 1.600 Stalking-Fälle mit digitalen Kommunikationsmitteln registriert. Digitale Belästigung sei ein "unterschätztes Phänomen", so der Minister. Die Veranstaltung entstand in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium für Digitalisierung und Innovation (HMDI) sowie dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI).
Im Rahmen der Initiative stellte das Hessische Sozialministerium ein neues Schulungsprogramm vor. Unter dem Titel "Schulung zu digitaler Gewalt gegen Frauen" richtet es sich an Fachkräfte in hessischen Beratungsstellen und Frauenhäusern und soll flächendeckend verfügbar sein.
Ziel der Veranstaltung war es, das Bewusstsein für digitale Gewalt zu schärfen und Handlungsstrategien zu verbessern. Fachkräfte erhalten nun Zugang zu neuen Schulungsmaterialien, um Betroffene besser unterstützen zu können. Die Organisatorinnen und Organisatoren hoffen, dass die Initiative den Schutz vor digitaler Gewalt in Hessen nachhaltig stärkt.






