Strengere Regeln für medizinisches Cannabis: Bundesregierung plant Online-Rezept-Verbot
Carolina SchleichStrengere Regeln für medizinisches Cannabis: Bundesregierung plant Online-Rezept-Verbot
Die deutsche Bundesregierung will die Kontrollen für medizinisches Cannabis verschärfen und plant ein Verbot von Online-Rezepten sowie dem Versandhandel. Der geplante Gesetzesentwurf hat eine Debatte ausgelöst: Während Beamte die Notwendigkeit strengerer Aufsicht betonen, um Missbrauch zu verhindern, warnt der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Professor Dr. Hendrik Streeck, davor, den Fokus von der Patientensicherheit und einer strukturierten medizinischen Versorgung zugunsten einer pauschalen Legalisierung zu verlieren.
Aktuell sind in Deutschland über 100.000 Patientinnen und Patienten auf medizinisches Cannabis angewiesen. Viele berichten von deutlichen Verbesserungen bei der Schmerzbehandlung und Lebensqualität innerhalb von sechs Monaten. Streeck anerkennt zwar die therapeutischen Vorteile, warnt jedoch, dass eine unkontrollierte Abgabe zu Missbrauch führen könnte. Er besteht darauf, dass Erstverordnungen nur nach persönlichen Arztgesprächen erfolgen dürfen – auch wenn Folgekonsultationen per Telemedizin möglich sind.
Mit dem Gesetzentwurf sollen Lücken der bisherigen Teillegalisierung geschlossen werden, um klare Regeln für den medizinischen und Freizeitgebrauch zu schaffen. Streeck betont, dass regulierte Vertriebskanäle notwendig seien, um den Schwarzmarkt einzudämmen, ohne den Zugang für berechtigte Patientinnen und Patienten zu erschweren. Der Pharmakonzern Stada unterstützt das geplante Versandverbot und teilt die Bedenken hinsichtlich einer unkontrollierten Verbreitung.
Kritiker des Vorhabens argumentieren, dass die strengeren Auflagen Hürden für Patientinnen und Patienten schaffen könnten, die auf Fernbehandlungen angewiesen sind. Streeck hält jedoch an der Forderung nach strukturierten Behandlungsplänen und regelmäßigen medizinischen Überprüfungen fest, um Zugang und Sicherheit in Einklang zu bringen. Zudem fordert er transparente staatliche Richtlinien, die die Realität des Freizeitkonsums von Cannabis in Deutschland widerspiegeln.
Ziel der geplanten Einschränkungen ist es, die Verteilung von medizinischem Cannabis zu standardisieren und gleichzeitig Missbrauch vorzubeugen. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, müssten Patientinnen und Patienten vor der Verschreibung ein persönliches Arztgespräch führen. Behörden und Pharmaunternehmen sind sich einig, dass strengere Kontrollen notwendig sind, um sowohl die medizinische Integrität als auch die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.






