Hessen droht bis 2028 ein Fachkräftemangel von 264.000 Arbeitskräften – was jetzt helfen soll
Gustav JacobHessen droht bis 2028 ein Fachkräftemangel von 264.000 Arbeitskräften – was jetzt helfen soll
Fachkräftemangel in Deutschland erreicht kritischen Punkt – Hessen erwartet Fehl von 264.000 Arbeitskräften bis 2028
Am 26. Oktober 2023 kamen Wirtschaftsführer, Politiker und Arbeitsmarktexperten beim Offenbacher Dialog zusammen, um die eskalierende Krise bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften zu erörtern. Allein in Hessen wird bis 2028 ein Mangel von 264.000 qualifizierten Arbeitskräften prognostiziert. Die Veranstaltung unterstrich dringende Reformforderungen – von beschleunigten Zuwanderungsverfahren bis hin zu gestärkten regionalen Ausbildungsprogrammen –, während die Zahl unbesetzter Stellen in Schlüsselsektoren weiter steigt.
Warnung vor wirtschaftlichen Folgen und Bürokratieabbau Kirsten Schoder-Steinmüller, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hessen, warnte beim Offenbacher Dialog, der Fachkräftemangel habe sich zu einer schweren Bedrohung für die Wirtschaft entwickelt. Sie betonte die Notwendigkeit einer Willkommenskultur, um ausländische Arbeitskräfte anzuziehen, und forderte eine zügige, digitalisierte Umsetzung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes, um bürokratische Hürden abzubauen.
Die Arbeitsagenturen in Hessen melden derzeit rund 50.000 unbesetzte Stellen – ein Abbild des bundesweiten Trends. Deutschlandweit bleiben schätzungsweise 600.000 Stellen im öffentlichen Sektor wegen des Fachkräftemangels vakant, mit Engpässen in 30 Berufsgruppen. Thomas Iser, Geschäftsführer der Bundesagentur für Arbeit Offenbach, räumte anhaltende Herausforderungen bei der Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte ein und plädierte für effizientere Verfahren.
Ausbildung und Weiterbildung im Fokus Im Mittelpunkt der Diskussionen standen Bildung und Qualifizierung. Matthias Derzbach, Ausbildungsleiter bei der Manroland Sheetfed GmbH, argumentierte, dass das duale Ausbildungssystem – die Kombination aus betrieblicher Praxis und theoretischem Studium – helfen könne, den Mangel zu lindern. Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) stellte unterdessen den Bildungsaktionsplan der Regierung vor, der auf die Sicherung regionaler Talente und lebenslanges Lernen setzt. Sie betonte, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Bildungsträgern und Kommunen entscheidend sei, um die Krise zu bewältigen.
Lösungsansätze: Schnellere Zuwanderung, duale Ausbildung und Integration Der Offenbacher Dialog machte das Ausmaß des Fachkräftemangels deutlich: Hessen rechnet in den nächsten fünf Jahren mit einem Fehl von 264.000 qualifizierten Arbeitskräften. Zu den Vorschlägen gehörten beschleunigte Zuwanderungsverfahren, der Ausbau der dualen Ausbildung sowie eine inklusivere Umgebung für ausländische Beschäftigte.
Während der Bildungsplan der Bundesregierung und Forderungen nach digitaler Modernisierung kurzfristige Lücken schließen sollen, hängt der langfristige Erfolg von abgestimmten Maßnahmen zwischen Wirtschaft, Politik und Bildungseinrichtungen ab.






