25 March 2026, 08:11

Hessens umstrittene Jagdreform: Artenschutz auf dem Spiel?

Zwei Elche grasen in einem bewaldeten Gebiet mit Bäumen und einem klaren Himmel, mit Text am unteren Rand des Bildes.

Hessens umstrittene Jagdreform: Artenschutz auf dem Spiel?

Neue Änderungen im hessischen Jagdrecht stoßen auf Kritik von Tierschützern

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Die überarbeiteten Vorschriften verlängern die Jagdzeiten, streichen Schutzfristen und nehmen sogar streng geschützte Arten ins Visier – Maßnahmen, die Fachleute als ökologisch schädlich und rechtlich fragwürdig bezeichnen. Kritiker werfen der Landesregierung vor, die Reformen seien wissenschaftlich nicht belegt und würden Jagdinteressen über den Artenschutz stellen.

Die novellierte Jagdverordnung hebt die Schonzeit für ausgewachsene Füchse zwischen dem 1. März und 15. August auf. Naturschützer bezeichnen diesen Schritt als zynisch, da er den Schutz in der entscheidenden Aufzuchtphase der Jungtiere aufhebt. Auch Dachse, die kaum Konflikte mit der Landwirtschaft verursachen, dürfen nun vermehrt bejagt werden – obwohl es für die seltenen Auseinandersetzungen alternative Lösungen gäbe.

Eine öffentliche Bewertung der Maßnahmen fand nicht statt. Stattdessen seien laut Berichten vor allem jagdnahe Verbände in die Anhörungen einbezogen worden, was Bedenken wegen möglicher Befangenheit weckt. Wildtierschutz Deutschland kritisiert das Fehlen sachlicher Argumente und bezeichnet die Ausweitung der Jagdrechte als willkürlich und unbegründet.

Die Änderungen erlauben zudem die Jagd während der Fortpflanzungszeiten wildlebender Tiere – ein Vorgehen, das gegen bestehende Tierschutzgesetze verstoßen könnte. Unklar bleibt, welche rechtlichen oder wissenschaftlichen Gründe für die längeren Jagdzeiten oder den Wegfall von Schutzbestimmungen für streng geschützte Arten sprechen. Belege für die Notwendigkeit solcher Maßnahmen fehlen gänzlich.

Künftig ist die Bejagung auch in bisher tabuisierten Phasen möglich, etwa während der Brut- und Setzzeiten. Umweltschützer warnen, dass dadurch Verstöße gegen das Tierschutzrecht drohen und der Artenschutz untergraben wird. Ohne transparente Evaluation oder breite Beteiligung der Interessenvertreter stoßen die Reformen weiterhin auf Widerstand aus der Naturschutzszene.

Quelle