18 March 2026, 06:11

Heusenstamm kämpft mit Poolnudeln für sichere Radwege und Überholabstände

Plakat für den Ryukuan-Amerikanischer Freundschaftsausschuss Radrennen, das eine Gruppe von Menschen auf Fahrrädern mit Veranstaltungseinzelheiten in Text zeigt.

Heusenstamm kämpft mit Poolnudeln für sichere Radwege und Überholabstände

Öffentlichkeitskampagne in Heusenstamm: Sichere Überholabstände für Radfahrer im Fokus

In Heusenstamm sollte eine öffentliche Aktion das Bewusstsein für sichere Überholabstände gegenüber Radfahrern schärfen. Am 19. August versammelten sich rund 50 Teilnehmer auf dem Platz vor der St.-Cäcilia-Kirche, um an einer Aufklärungsfahrt durch die Stadt teilzunehmen. Die Veranstaltung lenkte die Aufmerksamkeit auf das anhaltende Problem, dass Autofahrer Radfahrern zu wenig Platz auf der Straße lassen.

Organisiert wurde die Initiative von Roland Heidl, dem Fahrradbeauftragten Heusenstamms, mit Unterstützung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und der Gruppe Radentscheid Offenbach. Die Teilnehmer erhielten Poolnudeln, um den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,5 Metern beim Überholen innerorts anschaulich zu demonstrieren. Außerhalb von Ortschaften oder bei Geschwindigkeiten über 50 km/h erhöht sich dieser Abstand auf zwei Meter.

Karl-Heinz Kühnle, Leiter des örtlichen Ordnungsamts, eröffnete die Veranstaltung und betonte die Unterstützung der Stadtverwaltung für mehr Sicherheit im Radverkehr. Heidl führte die Gruppe anschließend auf einer acht Kilometer langen Strecke durch Heusenstamm – begleitet von der Polizei. Dabei wies er besonders auf Gefahrenstellen hin, etwa die Verkehrsinseln der Stadt, an denen Autofahrer häufig unsicher überholen.

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Heidl warnte die Radfahrer zudem vor der Gefahr des "Dooring" – Kollisionen mit plötzlich geöffneten Autotüren – und riet, mindestens einen Meter Abstand zu parkenden Fahrzeugen einzuhalten. Die Aktion steht im Kontext einer ADFC-München-Studie, laut der fast zwei Drittel der Autofahrer den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand beim Überholen von Radfahrern nicht einhalten. Trotz dieser Risiken hat Heusenstamm seit 2020 keine weiteren Maßnahmen ergriffen, abgesehen von der Aufstellung von Verkehrsschildern auf stark befahrenen Straßen wie der Frankfurter Straße und der Isenburger Straße.

Ziel der Kampagne war es, durch Aufklärung sowohl Autofahrer als auch Radfahrer für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu sensibilisieren. Die Organisatoren hoffen, dass die Demonstration zu einer besseren Einhaltung der Überholregeln beiträgt. Ohne zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen bleibt der langfristige Erfolg solcher Bewusstseinsinitiativen jedoch fraglich.

Quelle