Langenfeld deckt Netzwerk aus 12 gefälschten Scheinwohnsitzen auf
Eine von Oliver Konsierke, dem Leiter des Ordnungsamts Langenfeld, geführte Sonderermittlungsgruppe hat ein Netzwerk aus Scheinwohnsitzen in der Stadt aufgedeckt. Bei koordinierten Razzien durchsuchten Beamte drei Immobilien und stießen auf 12 gefälschte Melderegistereintragungen, die auf Bürger aus osteuropäischen EU-Ländern zurückgingen. Die Aktion ist Teil der übergeordneten Initiative GeKo Rhein Wupper, die durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit organisierte Kriminalität und Sozialbetrug bekämpft.
An den Razzien beteiligten sich 19 Beamte, die Objekte in Langenfeld und Richrath prüften. In einem Gebäude identifizierten sie 12 Scheinanmeldungen, die mit Staatsbürgern aus Osteuropa in Verbindung standen. Eine weitere Immobilie in Richrath wurde aufgrund eines Meldeverstoßes offiziell abgemeldet.
An einer dritten Adresse vermuteten die Ermittler gefälschte Anmeldungen, die dazu dienten, Einwanderungsbestimmungen zu umgehen. Sieben dort angetroffene Personen haben nun einen unklaren Aufenthaltsstatus. In den Räumlichkeiten befanden sich zudem Büros und Lagerflächen, die nicht ordnungsgemäß als Gewerbeflächen angemeldet waren.
Die Ermittler deckten weitere Unregelmäßigkeiten auf, darunter nicht genehmigte Nutzungsänderungen von Immobilien und Verstöße gegen das Wohnraumstärkungsgesetz. Verdächtig erschien auch eine vorgetäuschte Vaterschaftsanerkennung, die möglicherweise mit Aufenthaltstiteln zusammenhing, sowie illegale Baumaßnahmen. Die Behörden prüfen zudem, ob Vermieter an diesen Standorten gleichzeitig als Arbeitgeber agieren und dabei Löhne vorenthalten könnten.
Die Initiative GeKo Rhein Wupper zielt darauf ab, den Echtzeit-Datenaustausch zwischen Behörden zu verbessern. Durch engere Zusammenarbeit sollen organisierte Kriminalität, Sozialbetrug und andere grenzüberschreitende Herausforderungen wirksamer bekämpft werden.
Die Ergebnisse verdeutlichen systemische Probleme bei Immobilienmissbrauch und Aufenthaltsbetrug in der Region. Die Ermittlungen zu möglichen Verbindungen zwischen Vermietern und Arbeitgebern sowie zu Lohnverstößen laufen noch. Der Fokus der Initiative auf behördenübergreifende Zusammenarbeit soll die Widerstandsfähigkeit gegen solche kriminellen Machenschaften langfristig stärken.






