M&A-Boom in Deutschland: Warum der Höhenflug bald zu Ende gehen könnte
Gustav JacobM&A-Boom in Deutschland: Warum der Höhenflug bald zu Ende gehen könnte
Deutsche Unternehmen treiben die aktuelle Welle von Fusionen und Übernahmen (M&A) voran – doch es mehren sich die Anzeichen, dass der jüngste Boom an Fahrt verliert. Zwar planen noch immer viele Konzerne weitere Deals, doch Berater warnen, dass überhöhte Bewertungen und Rekordpreise die Marktentwicklung verändern könnten.
Mehr als drei Viertel der Unternehmens-M&A-Teams wollen weitere Übernahmen anstreben, vor allem in Märkten, in denen sie bereits aktiv sind. Diese Strategie erreicht mit 6,88 von 10 Punkten eine hohe Bewertung – ein klares Zeichen dafür, dass vertrautes Terrain riskanteren Expansionsplänen vorgezogen wird. Die Attraktivität von Schwellenmärkten hingegen ist stark gesunken und liegt nur noch bei 3,94 Punkten.
Das organische Wachstum bleibt der stärkste Treiber für Transaktionen und erreicht mit 8,59 Punkten einen Rekordwert. Doch Berater verweisen auch auf ein zentrales Problem: In vielen Branchen sind die Bewertungen massiv überzogen – hier liegt die Bewertung bei 8,76 von 10. Gleichzeitig haben die Kaufpreise historische Höchststände erreicht, was den Druck auf die Käufer erhöht.
Regulatorische Hürden, einst ein großes Hindernis, stellen mittlerweile ein geringeres Risiko dar. Die Wahrscheinlichkeit von Einwänden wird mit nur 3,35 Punkten bewertet. Dennoch setzen die meisten deutschen Unternehmen bei höchstens der Hälfte ihrer Transaktionen auf externe Unterstützung – ein Zeichen für eine vorsichtige Herangehensweise.
Viele Experten sind überzeugt, dass der Höhepunkt der M&A-Aktivitäten überschritten ist. Die Chance auf eine weitere Verbesserung der Marktlage wird mit 4,74 Punkten bewertet, was auf einen möglichen Stimmungswandel hindeutet.
Die M&A-Landschaft sendet gemischte Signale. Die Unternehmen bleiben zwar aktiv, doch die hohen Bewertungen und Rekordpreise könnten das künftige Wachstum bremsen. Da die regulatorischen Herausforderungen nachlassen, rückt nun die Frage in den Fokus, ob die Käufer das Tempo in einem zunehmend teurer werdenden Markt halten können.






