Schüler kämpfen vergeblich für Solaranlage auf ihrem Schuldach
Schüler der Max-Eyth-Schule setzen sich seit drei Jahren für die Installation von Solarmodulen auf dem Schuldach ein. Doch ihr Vorhaben wurde kürzlich von der Montano Real Estate GmbH, dem privaten Eigentümer der Schule, abgelehnt. Das Unternehmen begründete seine Entscheidung mit rechtlichen Bedenken, Vorschriften für Dachbegrünungen und Zweifeln an der Wirtschaftlichkeit des Projekts.
Der Konflikt verdeutlicht ein häufiges Problem: die Spannungen, die entstehen, wenn öffentlich genutzte Gebäude in privater Hand sind. Nun steht die Frage im Raum, ob sich beide Seiten noch auf einen Kompromiss einigen können.
Die von Schülern getragene Initiative startete 2021 mit dem Ziel, rund 700 Solarmodule auf dem Schuldach zu installieren. Bei einer Genehmigung hätte die Anlage genug Strom erzeugen können, um 100 Haushalte ein Jahr lang zu versorgen – oder ein Drittel des Schulbedarfs zu decken. Zudem wären jährlich etwa 160 Tonnen CO₂-Emissionen eingespart worden.
Montano Real Estate argumentierte, dass selbst erzeugter Solarstrom mit 18 Cent pro Kilowattstunde zu Buche schlagen würde – im Vergleich zu den derzeitigen 10 Cent. Doch das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme widersprach dieser Rechnung. Laut deren Analyse liegen die Kosten für Strom aus kleinen Dachanlagen bei höchstens 14,4 Cent pro Kilowattstunde – und damit unter den Angaben des Unternehmens.
Die Schüler fordern Montano seitdem auf, die Entscheidung unter Berücksichtigung aktualisierter Wirtschaftlichkeitsberechnungen neu zu bewerten. Das Unternehmen signalisierte zwar eine mögliche Überprüfung, setzte aber noch keinen Termin für weitere Gespräche an.
Solche Pattsituationen sind typisch, wenn öffentlich genutzte Immobilien Privatbesitz bleiben. Ihre Lösung erfordert in der Regel kreative Lösungsansätze und Kompromissbereitschaft – beides fehlt bisher in diesem Fall.
Das gescheiterte Solarprojekt steht exemplarisch für die größeren Konflikte zwischen Klimaschutz und den Grenzen privaten Eigentums. Ohne eine Einigung bleibt die Schule weiterhin auf externe Energiequellen angewiesen. Fürs Erste ruht die Kampagne der Schüler – sie warten auf den nächsten Schritt von Montano.






