25 March 2026, 06:12

Streit um Telemedizin und Cannabis: Koalition gespalten über neue Gesetze

Plakat mit der Aufschrift "Kosten von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln unter der Biden-Harris-Verwaltung senken" mit Text und Logo.

Streit um Telemedizin und Cannabis: Koalition gespalten über neue Gesetze

Ein neuer Gesetzentwurf zu Telemedizin und medizinischem Cannabis hat in Deutschlands Koalitionsparteien eine Debatte ausgelöst. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will Online-Rezepte und den Versandhandel mit Cannabis verbieten, doch der Widerstand der SPD deutet darauf hin, dass der Gesetzesvorstoß im Parlament auf Schwierigkeiten stoßen könnte. In einem Punkt sind sich beide Seiten einig: Die sogenannten "Klick-Rezepte" müssen abgeschafft werden.

Der CDU-Abgeordnete Dr. Thomas Pauls erkennt die Telemedizin zwar als Teil der zukünftigen Gesundheitsversorgung an, warnt jedoch vor überstürzten digitalen Verschreibungen. Er beschreibt die Herausforderung als Balanceakt – zu strenge Regeln könnten die Flexibilität der Ärzte einschränken, während zu lasche Kontrollen die Patientensicherheit gefährden. Pauls betont zudem die Notwendigkeit, medizinisches Cannabis klar von Freizeitkonsum abzugrenzen, und fordert präzisere Regelungen.

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Serdar Yüksel, lehnt jeden Rückschritt bei der Telemedizin ab und bezeichnet sie als etablierte Praxis, die nicht mehr rückgängig zu machen sei. Digitale Rezepte seien für ihn unverhandelbar, gleichzeitig verspricht er strengere Kontrollen bei Arzt-Patienten-Beziehungen und der Prüfung von Krankengeschichten. Yüksels Haltung spiegelt europäische Trends wider, wo Länder wie Österreich, Spanien und die Schweiz seit 2016 den regulierten Zugang zu Cannabis – oft über Apotheken – ausgeweitet haben.

Der aktuelle Gesetzentwurf steht vor einem schwierigen Weg, da sich die Koalitionspartner lediglich in der Ablehnung der "Klick-Rezepte" einig sind. Ohne Kompromiss droht der Vorschlag an der notwendigen parlamentarischen Mehrheit zu scheitern.

Der Streit lässt die Zukunft von Telemedizin und Cannabis-Verschreibungen ungewiss. Sollte keine Einigung erzielt werden, könnten die bestehenden Regelungen weitergelten. Gleichzeitig prallen die Forderungen der Regierung nach strengerer Aufsicht mit dem Wunsch nach Bewahrung der Ärzteautonomie und des Patientenzugangs aufeinander.

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