Wirtschaftskriminalität 2024: Rekordanstieg auf 61.358 Fälle und 2,76 Mrd. Euro Schaden
Carolina SchleichWirtschaftskriminalität 2024: Rekordanstieg auf 61.358 Fälle und 2,76 Mrd. Euro Schaden
Wirtschaftskriminalität in Deutschland erreicht 2024 Rekordhöhe
2024 hat die Wirtschaftskriminalität in Deutschland stark zugenommen: Die Behörden verzeichneten 61.358 Straftaten – ein Anstieg von 57,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der finanzielle Schaden belief sich auf 2,76 Milliarden Euro, was mehr als ein Drittel aller Verluste ausmacht, die in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) dokumentiert wurden.
Haupttreiber dieses deutlichen Anstiegs war Betrug, der mit 39.207 Fällen einen Zuwachs von 116,7 Prozent verzeichnete. Noch dramatischer fiel jedoch der Anstieg bei Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen aus: Hier stiegen die gemeldeten Fälle auf 20.553 – ein Plus von 847,6 Prozent gegenüber 2023. Experten führen diesen sprunghaften Anstieg auf die alternde Bevölkerung und steigende Gesundheitskosten zurück, die mehr Spielraum für Missbrauch bieten.
Kriminelle Netzwerke passen ihre Strukturen an In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zusammensetzung der Tätergruppen im Gesundheitsbetrug gewandelt. Traditionelle osteuropäische Netzwerke, etwa russisch- oder ukrainischsprachige Banden, wurden zunehmend von multikulturellen Gruppierungen abgelöst. Heute dominieren türkische Clans wie die Familien Remmo und Miri, serbische und montenegrinische Banden sowie Täter aus Südosteuropa und dem Nahen Osten. Diese Gruppen agieren oft über soziale Medien und konzentrieren sich vor allem auf Rehabilitationsbetrug. Allein 2025 identifizierten Behörden wie das Bundeskriminalamt (BKA) und die Polizei Hamburg (PKH) über 1.000 Verdächtige in Zusammenhang mit solchen Machenschaften.
Erfolge bei der Aufklärung – doch die Herausforderungen bleiben Trotz der wachsenden Komplexität der Fälle hat die Strafverfolgung ihre Arbeit verbessert: Die Aufklärungsquote bei Wirtschaftskriminalität stieg 2024 auf 88,9 Prozent (2023: 85,2 Prozent). Die Behörden betonen, wie wichtig konsequente Anzeigen durch Geschädigte sind, um kriminelle Strukturen aufzudecken und Verurteilungen zu sichern.
Die Zunahme der Wirtschaftskriminalität führt zu erheblichen finanziellen Verlusten, wobei Betrug und Abrechnungsbetrug im Gesundheitssektor die Hauptursachen sind. Die Ermittlungsbehörden passen ihre Strategien weiterhin an – durch gezielte Ermittlungen und die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung gelingt es ihnen, die Aufklärungsquote zu steigern.






