Frankfurts kreative Lösung gegen Wohnungsnot: Gemeinschaftsprojekte im Aufwind
Gustav JacobFrankfurts kreative Lösung gegen Wohnungsnot: Gemeinschaftsprojekte im Aufwind
Frankfurt geht die Wohnungsnot mit innovativen Gemeinschaftsprojekten an
Mit einer Welle kooperativer Wohnmodelle will Frankfurt die Wohnungsnot in der Stadt bekämpfen. Die Initiativen setzen auf bezahlbaren, nachhaltigen und gemeinschaftsorientierten Wohnraum – besonders für Mieter:innen, die unter stark steigenden Mieten leiden. In diesem Sommer öffnen viele dieser Projekte ihre Türen für die Öffentlichkeit, um alternative Wohnformen einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.
Von der Wohnungsnot sind vor allem Familien, Geringverdiener:innen und ältere Bürger:innen betroffen. Als Reaktion darauf haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Genossenschaftsprojekte entwickelt. Ein Beispiel ist das Modell Kollektiv Leben, bei dem 42 Menschen in einem solidarischen Mietmodell mit genossenschaftlichem Eigentum zusammenleben. Ein weiteres ist das generationenübergreifende Haus Gemeinsam Suffizient Leben, das seit 2023 26 Erwachsenen und 11 Kindern ein Zuhause bietet – konzipiert für Nachhaltigkeit und sozialen Zusammenhalt.
Andernorts bietet das Projekt BeTrift im Frankfurter Südwesten seit 2022 51 teilweise geförderte Wohneinheiten für ein inklusives und altersgemischtes Zusammenleben. Im entstehenden Quartier Hilgenfeld entsteht bis 2027 mit GoN-ARTgenossen ein weiteres Vorhaben: 55 Wohnungen mit Gemeinschaftsflächen, eingebettet in ein größeres Konzept, das langfristig bis zu 2.500 Menschen in dem Gebiet unterbringen soll.
Diese und weitere Projekte werden beim Open House Summer 2025 präsentiert, wo Interessierte erleben können, wie gemeinschaftliches Wohnen in der Praxis funktioniert. Die Veranstaltung knüpft an frühere Formate wie den Tag des Gemeinschaftlichen Wohnens im Mai 2023 an, der mit Vorträgen und Führungen ähnliche Initiativen vorstellte. In ganz Hessen wird zudem der Sommer der Wohnprojekte von Mai bis September kooperative Modelle als mögliche Lösungen für die regionale Wohnungsfrage in den Fokus rücken.
Frankfurts genossenschaftliche Wohnprojekte verbinden Bezahlbarkeit, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft. Doch ihre weitere Verbreitung hängt von verfügbaren Flächen und politischer Unterstützung ab. Die anstehenden öffentlichen Veranstaltungen bieten Bürger:innen die Gelegenheit, sich selbst ein Bild davon zu machen, wie diese Modelle das Wohnen in der Stadt neu prägen könnten.






