Jugendämter und Vitos-Klinik stärken psychologische Hilfe für Kinder und Jugendliche
Liesbeth KuhlJugendämter und Vitos-Klinik stärken psychologische Hilfe für Kinder und Jugendliche
Die Jugendämter des Kreises Groß-Gerau und der Stadt Rüsselsheim am Main haben ihre Zusammenarbeit mit der Vitos-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Riedstadt erneuert. Die am 28. Mai 2025 unterzeichnete Vereinbarung zielt darauf ab, den wachsenden Belastungen junger Menschen entgegenzuwirken – von den Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie bis hin zu anhaltenden Konflikten und Armut. Angesichts steigender psychischer Probleme bei Kindern und Jugendlichen betonen die Verantwortlichen die Notwendigkeit schnellerer und besser abgestimmter Hilfsangebote.
Die Partnerschaft begann bereits im Mai 2005 zwischen dem Jugendamt des Kreises Groß-Gerau und der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Riedstadt. Sechs Jahre später schloss sich auch das Jugendamt der Stadt Rüsselsheim am Main als Kooperationspartner an. Mit der nun erneuerten Vereinbarung wird die langfristige Zusammenarbeit gesichert, während die Eigenständigkeit jeder Einrichtung gewahrt bleibt.
Der Bedarf an psychologischen Dienstleistungen ist seit der Pandemie stark gestiegen. Während der Lockdowns führten Isolation und Unsicherheit zu einer Verdopplung der Depressionsraten bei Jugendlichen auf 24 Prozent. Zwar gingen die Zahlen vorübergehend zurück, doch bis 2024 stiegen sie erneut an: 25 Prozent der Schüler:innen wiesen psychische Auffälligkeiten auf – ein Anstieg gegenüber 21 Prozent in den Vorjahren. Bis 2026 bleiben die Werte hoch, getrieben durch schulischen Stress, Cybermobbing (betrifft 30 Prozent monatlich) und soziale Ungleichheit (31 Prozent in einkommensschwachen Familien). Trotz des dringenden Bedarfs erhält jedoch nur ein Kind von fünfzig eine angemessene Therapie.
Führungskräfte aller drei Einrichtungen unterstrichen die Bedeutung der Zusammenarbeit. Dr. Annette Duve und Thilo Ast von der Vitos-Klinik bezeichneten die Kooperation als entscheidend für eine ganzheitliche Versorgung. Christine Plenzig, Leiterin des Groß-Gerauer Jugendamts, hob die Optimierung der Abläufe hervor, während Juliane Hantzsche aus Rüsselsheim auf schnelle Hilfen für belastete Familien drängte.
Die erneuerte Vereinbarung stärkt das Unterstützungsnetz für gefährdete Kinder und Jugendliche in der Region. Angesichts anhaltend hoher psychischer Belastungen und begrenzter Therapieplätze hoffen die Verantwortlichen, dass eine engere Abstimmung mehr jungen Menschen zeitnah die benötigte Hilfe zukommen lässt.






