27 April 2026, 00:18

Kölner Archiv-Einsturz 2009: Warum die Baustelle bis heute unvollendet bleibt

Schwarzes und weißes Foto einer Stadt nach einer Katastrophe am 5. Juni 1892, das beschädigte Gebäude, Strommasten, Rauch und einen Hügel im Hintergrund zeigt, mit Text unten.

Kölner Archiv-Einsturz 2009: Warum die Baustelle bis heute unvollendet bleibt

Ein verheerender Einsturz im Jahr 2009 zerstörte das historische Stadtarchiv Köln während des U-Bahn-Baus. Die Katastrophe forderte zwei Menschenleben und begrub 1,7 Millionen Dokumente unter Trümmern. Mehr als ein Jahrzehnt später ist die Baustelle noch immer nicht fertiggestellt – und die Bergungsarbeiten gehen weiter.

Der Einsturz ereignete sich, als Grundwasser in die Baugrube strömte und das Archivgebäude verschlang. Zwei junge Männer in benachbarten Häusern kamen ums Leben, als der Boden unter ihnen nachgab. Spätere Ermittlungen ergaben, dass entscheidende Stahlträger vor der Katastrophe gestohlen und als Schrott verkauft worden waren.

Rettungskräfte durchsuchten monatelang die Trümmer und bargen Fragmente von Dokumenten, die in 20 Notarchiven zur Konservierung verteilt wurden. Doch Experten schätzen, dass ein Drittel der Unterlagen für immer verloren sein könnte. Die Restaurierung des geretteten Materials wird voraussichtlich bis 2050 andauern.

Die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB), die über keine Erfahrung mit derart großen Projekten verfügten, leiteten die Arbeiten. In einem Gerichtsverfahren 2024 wurden einige Beteiligte zu Geldstrafen verurteilt, andere wegen indirekter Verantwortung freigesprochen.

Heute ist die Baustelle eine karge Landschaft aus Sandhügeln und wildem Gestrüpp. Erst 2023 erfolgte eine teilweise Betonverfüllung. Gleichzeitig schreiten die Arbeiten an der Nord-Süd-U-Bahn-Linie voran, deren Fertigstellung nun in acht Jahren erwartet wird. Einmal vollendet, wird sie die Fahrzeit um acht Minuten verkürzen.

Der provisorische Beton auf dem Gelände soll bald entfernt werden, während die Stadt das U-Bahn-Projekt vorantreibt. Die Folgen des Einsturzes sind noch immer spürbar – von der andauernden Dokumentenrestaurierung bis zur unvollendeten Oberfläche. Für Köln bleibt die Katastrophe ein prägendes Ereignis der jüngeren Geschichte.

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