Briefwahl dominiert Deutschlands Wahlen – doch regionale Unterschiede bleiben
Was müssen Sie über Briefwahl wissen? - Briefwahl dominiert Deutschlands Wahlen – doch regionale Unterschiede bleiben
Briefwahl ist zur vorherrschenden Wahlmethode in Deutschland geworden. Bei der Landtagswahl in Hessen 2021 nutzten zwei Drittel der Wähler dieses Verfahren. Zwar beschleunigte die COVID-19-Pandemie den Trend, doch die Beliebtheit der Briefwahl stieg bereits seit Jahren an.
Regionale Unterschiede haben sich dabei verstärkt. Ostdeutsche Bundesländer wie Sachsen und Thüringen verzeichneten höhere Briefwahlquoten als westdeutsche Länder wie Bayern oder Baden-Württemberg. Auch nach dem Rückgang der Pandemie blieb die Nutzung in städtischen Gebieten – etwa in Berlin und Hamburg – deutlich höher als in ländlichen Regionen.
Wer per Brief wählen möchte, muss zunächst einen Wahlschein beantragen. Dies ist schriftlich, online oder persönlich beim zuständigen Wahlamt möglich – telefonische Anträge werden nicht akzeptiert. Die Frist für die Beantragung endet am Wahltag um 15:00 Uhr.
Nach der Genehmigung erhalten Wähler ein Paket mit Wahlschein, Informationsblatt, amtlichem Stimmzettel, einem kleineren Wahlumschlag für den Stimmzettel sowie einem größeren Rückumschlag. Wer die Unterlagen persönlich abholt, kann seinen Stimmzettel direkt vor Ort ausfüllen und abgeben.
Alle Briefwahlstimmen müssen bis 18:00 Uhr am Wahltag bei der zuständigen Behörde eingehen.** Die Auszählung beginnt kurz nach diesem Stichtag.
Zwischen 2021 und 2025 verschoben sich die regionalen Muster. In ostdeutschen Bundesländern, wo die Pandemie-Sorgen größer waren und die Bevölkerung im Schnitt älter ist, stieg die Briefwahlquote auf etwa 45 Prozent – wie etwa in Sachsen. Westdeutsche Länder hinkten hinterher: Bayern lag bei rund 25 Prozent, Baden-Württemberg bei etwa 20 Prozent. Auch politische Faktoren spielten eine Rolle, da Anhänger bestimmter Parteien – etwa der AfD – seltener per Brief wählten.
2024 und 2025 pendelte sich die Briefwahlquote bundesweit bei etwa 30 Prozent ein. Städtische Zentren lagen weiterhin vor ländlichen Regionen, was unter anderem auf die bessere Infrastruktur und die jüngere, mobilere Stadtbevölkerung zurückzuführen ist.
Die Briefwahl bleibt eine weit verbreitete Option, auch wenn der pandemiebedingte Höchststand wieder zurückgegangen ist. Das System erfordert eine vorab gestellte Antragstellung und die fristgerechte Rücksendung der Unterlagen. Regionale Unterschiede bestehen fort: Ostdeutsche und städtische Gebiete weisen nach wie vor höhere Beteiligungswerte auf als westdeutsche und ländliche Regionen.
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