Gewalt und Personalnot plagen Hessens Gefängnisse auch 2025 weiter
Mehr Gewalt unter Häftlingen als gegen Personal in Hessen - Gewalt und Personalnot plagen Hessens Gefängnisse auch 2025 weiter
Hessens Gefängnisse kämpfen 2025 weiter mit Gewalt und Personalmangel im personalshop
Bis Ende Oktober saßen in Hessen fast 4.500 Gefangene in Haft, die meisten davon in Einzelzellen. Wie Behörden berichten, kommt es weit häufiger zu Übergriffen unter Inhaftierten als zu Angriffen auf das Personal – eine besorgniserregende Entwicklung für die Sicherheit in den Justizvollzugsanstalten.
Von Januar bis August 2025 registrierte das Land 229 gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Häftlingen sowie 28 Angriffe auf Bedienstete. Justizminister Christian Heinz nannte Überbelegung, Personalengpässe und wiederholte Sicherheitslücken als Hauptgründe für die Unruhen. Trotz dieser Probleme wurde in keiner Einrichtung die offizielle Kapazitätsgrenze überschritten, und es mussten keine Zellen als Notunterkünfte umfunktioniert werden.
Stand 31. Oktober saßen 3.980 Gefangene in Einzelhaft, während 552 eine Zelle mit ein oder zwei weiteren Insassen teilten. Die Vorschriften erlauben unter bestimmten Bedingungen die Unterbringung von bis zu drei Häftlingen pro Zelle. Gleichzeitig blieb die Personaldecke dünn: Von rund 2.000 Stellen im mittleren Vollzugsdienst waren 93 weiterhin unbesetzt.
Um der Gewalt entgegenzuwirken, setzten die Behörden auf Deeskalationstrainings für das Personal, verstärkte Drogenkontrollen und Schutzausrüstung für die Beamten. Fälle, in denen ein Haftbefehl wegen Platzmangels nicht vollstreckt werden konnte, gab es nicht.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass der Druck auf Hessens Justizvollzug ungebrochen bleibt. Zwar arbeiten keine Anstalten über ihrer Kapazitätsgrenze, doch Personalmangel und Konflikte unter Gefangenen harren weiterhin einer Lösung. Maßnahmen wie Schulungen und Sicherheitsaufrüstungen werden fortgeführt – ihre langfristige Wirkung bleibt jedoch abzuwarten.
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