Mainz ehrt den rebellischen Geist des Dummen August mit neuem Kulturpreis

Malte Krause
Malte Krause
2 Min.
Ein Papier mit der Überschrift "Carnivals Parisiens par Louis Morin" in fetter Schrift, das farbenfrohe, detailreiche Entwürfe von Menschen in bunten Kostümen und Masken auf einer lebhaften KarnevalsSzene zeigt.Malte Krause

Mainz ehrt den rebellischen Geist des Dummen August mit neuem Kulturpreis

Neuer Preis in Mainz ehrt den Geist des Dummen August – eine Narrenfigur mit römischer Tradition

In Mainz ist erstmals ein Preis verliehen worden, der den Dummen August feiert, eine Clownfigur mit Wurzeln in der römischen Antike. Ausgezeichnet wurde der Politiker Martin Malcherek für seinen Einfallsreichtum, seinen Humor und seine Weigerung, sich anzupassen. Gleichzeitig markierte die Zeremonie das 100-jährige Jubiläum der Mainzer Hofsänger, einer beliebten Karnevalsgruppe, die für ihre weiß geschminkten Clowns bekannt ist.

Der neu geschaffene Dumme-August-Preis, initiiert vom Verein Rettet das Römische Mainz, knüpft an eine uralte Tradition an. Schon vor 2.000 Jahren gab es in Mainz Clowns nach römischem Vorbild – darunter Figuren wie der Stupidus, ein tollpatschiger Landtropf, oder der Centunculus, eine Art Vorläufer des heutigen Rotnasen-Clowns. Diese frühen Spaßmacher legten den Grundstein für die Karnevalsnarren, die Satire und Spektakel vereinten.

Anders als die schlauen, belehrenden Narren des Mainzer Karnevals steht der Dumme August für das Scheitern. Der Preis würdigt Menschen, die sich der Lächerlichkeit aussetzen, ihre Verwundbarkeit zeigen und dabei die Lasten der Welt auf ihren Schultern tragen. Malcherek, Stadtrat der Linken, wurde für seinen unkonventionellen Mut und seine Kreativität ausgewählt – Eigenschaften, die den rebellischen Geist des Clowns verkörpern.

Gleichzeitig ehrte die Veranstaltung die Mainzer Hofsänger, die in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen feiern. Ihre Auftritte mit weiß geschminkten Gesichtern verbinden den modernen Karneval mit seinen römischen Ursprüngen, wo Clowns als Wahrheitsverkünder durch Humor wirkten. Christian Vahl von Rettet das Römische Mainz betonte diesen Bezug und bezeichnete den Preis als Brücke zwischen Geschichte und jenen, die gesellschaftliche Normen herausfordern.

Der Dumme-August-Preis verbindet antike römische Clownskunst mit der heutigen Karnevalskultur. Malchereks Auszeichnung unterstreicht die bleibende Rolle der Narren als Mahner und Provokateure. Zugleich erinnert das Jubiläum der Mainzer Hofsänger die Stadt an ihre lange Tradition, Satire, Spektakel und gesellschaftliche Kritik zu vereinen.

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