BYD plant drittes Werk in Europa – Spanien als neuer Standort für Elektroautos

Carolina Schleich
Carolina Schleich
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Eine Liniengrafik auf einem weißen Hintergrund mit der Überschrift "EU-Importe und Nicht-EU-Importe", die eine stetige Abnahme der EU-Importe und einen Anstieg der Nicht-EU-Importe über die Zeit zeigt.Carolina Schleich

BYD plant drittes Werk in Europa – Spanien als neuer Standort für Elektroautos

Chinesischer Autobauer BYD expandiert in Europa mit Plänen für drittes Werk – Spanien als Favorit

Der chinesische Automobilhersteller BYD baut seine Präsenz in Europa weiter aus und plant den Bau eines dritten Produktionsstandorts. Spanien gilt dabei als führender Kandidat dank günstiger Produktionskosten und einer starken Infrastruktur für saubere Energien. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund der Bemühungen des Unternehmens, EU-Zölle auf importierte Elektrofahrzeuge zu umgehen und gleichzeitig seine Position auf den wichtigsten Märkten zu stärken.

Die Ankündigung folgt auf eine Phase rasanten Wachstums: Im ersten Halbjahr 2025 belegte BYD mit den Verkaufszahlen Platz vier weltweit. Doch jüngste Marktschwankungen und ein leichter Rückgang der Absatzzahlen im September haben die weitere Entwicklung unsicherer gemacht.

Der europäische Expansionskurs von BYD gewann zu Beginn des Jahres 2025 an Fahrt – im ersten Halbjahr wurden rund 93.829 Elektrofahrzeuge auf dem Kontinent abgesetzt. Deutschland führte die Nachfrage an mit 23.306 Einheiten über das gesamte Jahr, gefolgt von Spanien mit 15.857 Neuzulassungen. Auch Norwegen und Italien steuerten erhebliche Zahlen bei: Norwegen verzeichnete 5.927 Verkäufe, während Italien ein starkes Wachstum zeigte, darunter allein 3.347 Fahrzeuge im Dezember. Insgesamt meldete BYD für 2025 in Europa 187.657 Neuzulassungen, wobei die genauen Halbjahreszahlen auf globalen Trends basierende Schätzungen bleiben.

Weltweit verkaufte das Unternehmen im ersten Halbjahr 2025 über zwei Millionen Fahrzeuge – ein Plus von 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit festigte BYD seinen Platz als viertgrößter Automobilhersteller der Welt. Ein Großteil dieses Erfolgs ging auf Exporte zurück, die die Herausforderungen auf dem chinesischen Binnenmarkt ausglichen, wo ein harter Preiskampf unter lokalen Marken die Margen drückte.

Doch jüngste Anzeichen einer Verlangsamung geben Anlass zur Sorge: Im September 2025 meldete BYD den ersten Rückgang der Verkaufszahlen im Jahresvergleich seit 18 Monaten. Der Einbruch fiel mit einer erhöhten Volatilität an der Börse zusammen – die Aktie verlor innerhalb der ersten Handelsstunde 1,1 Prozent auf 11,57 Euro. Analysten wiesen auf erratische Kursschwankungen hin, die die Unsicherheit der Anleger über die kurzfristigen Aussichten des Unternehmens widerspiegeln.

Das geplante Werk in Spanien wäre BYDs dritter Produktionsstandort in Europa nach bestehenden Anlagen in Ungarn und einem im Bau befindlichen Standort in der Türkei. Durch die lokale Fertigung will das Unternehmen EU-Importzölle umgehen und gleichzeitig von Spaniens erneuerbarem Energienetz profitieren – ein entscheidender Vorteil für nachhaltige Produktion. Die Strategie passt zu BYDs Bestreben, den wachsenden europäischen Markt für Elektrofahrzeuge zu dominieren, wo die Nachfrage nach bezahlbaren, leistungsstarken Modellen weiter steigt.

Ein drittes europäisches Werk würde BYDs Produktionspräsenz festigen und die Abhängigkeit von Importen verringern. Die starken Verkaufszahlen im ersten Halbjahr und die globale Marktposition unterstreichen zwar die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, doch die jüngste Volatilität deutet auf kommende Herausforderungen hin. Mit Spanien als wahrscheinlichem Standort könnte die neue Fabrik BYDs Position in einer Region weiter stärken, in der die Verbreitung von Elektrofahrzeugen rasant zunimmt.

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