Wiesbaden verschärft Regeln für Bürgerhäuser nach Hassrede-Vorfällen

Malte Krause
Malte Krause
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Eine Gruppe von Menschen steht vor einem Gebäude und hält Schilder mit der Aufschrift "Keine Wand, kein Verbot" in den Händen und trägt Mützen, während im Hintergrund Tafeln mit Text zu sehen sind.Malte Krause

Wiesbaden verschärft Regeln für Bürgerhäuser nach Hassrede-Vorfällen

Wiesbaden überprüft Regeln für Bürgerhäuser nach Vorwürfen wegen Hassrede bei lokalen Veranstaltungen

Die Stadt Wiesbaden prüft ihre Richtlinien für Gemeinschaftszentren, nachdem es Bedenken wegen Hassrede bei örtlichen Veranstaltungen gab. Die Stadt will verhindern, dass ihre Räumlichkeiten für die Verbreitung antisemitischer Propaganda oder extremistischer Ansichten genutzt werden. Behörden haben nun Schritte eingeleitet, um klarer zu regeln, wie bestimmten Gruppen oder Personen der Zugang rechtlich verwehrt werden kann.

Der Fall wurde nach zwei Veranstaltungen im Dotzheimer Haus der Vereine bekannt, bei denen angeblich Material vertrieben wurde, das mit den Islamischen Revolutionsgarden des Iran in Verbindung steht. Zwar kann die Stadt die Inhalte privater Treffen nicht kontrollieren, doch betonen die Verantwortlichen, dass öffentliche Räume nicht zu Plattformen für Hass werden dürfen.

Die aktuellen Vorschriften erschweren es, Veranstaltungen allein aufgrund ihrer Inhalte auszuschließen. Um dies zu ändern, hat Oberbürgermeister Uwe Fröhlich eine Überarbeitung der Satzungen und Hausordnungen angeordnet. Ziel ist es, eine klarere rechtliche Grundlage zu schaffen, um Extremisten oder Diskriminierenden den Zugang zu verwehren.

Wiesbadens Vorgehen spiegelt einen bundesweiten Trend wider. Seit 2021 haben Städte wie Berlin, Frankfurt und München ihre Maßnahmen gegen Hassrede verschärft, darunter schnellere Strafverfolgung nach § 130 StGB und eine bessere Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft. Berlin führte strengere Sicherheitsvorkehrungen für jüdische Einrichtungen ein, Frankfurt richtete eine behördenübergreifende Taskforce gegen Extremismus ein, und München verpflichtete Schulen und öffentliche Einrichtungen, Hassvorfälle zu melden.

Die Stadt bekräftigte ihr Bekenntnis zu Vielfalt und friedlichem Zusammenleben. Bürgerinnen, Bürger und eingetragene Vereine sollen die Bürgerhäuser weiterhin nutzen können – vorausgesetzt, sie halten sich an die aktualisierten Regeln.

Juristen und Kommunalbehörden prüfen nun, wie die Vorschriften angepasst werden können. Änderungen sollen den Spagat zwischen dem freien Zugang zu öffentlichen Räumen und dem Schutz vor Hassrede schaffen. Das Ergebnis könnte richtungsweisend für andere deutsche Städte sein, die mit ähnlichen Fällen konfrontiert sind.

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